Rosely Schweizer, geborene Oetker, ist Vorsitzende des Beirats der Oetker-Gruppe.
Schon ihre Großmutter war erfolgreiche Unternehmerin. Nach ihr ist die Käte-Ahlmann-Stiftung benannt, die der Verband deutscher Unternehmerinnen und Schweizer 2001 ins Leben riefen, um Unternehmerinnen in der Wachstumsphase mit einem Mentoring-Programm zu unterstützen. Schweizer ist Vorsitzende des Kuratoriums dieser Stiftung; von ihrer Erfahrung profitieren seit September 2007 die Gründer von Transporeon.
Die Kontaktaufnahme
Die erste Begegnung fand im Rahmen der Preisverleihung des Deutschen Gründerpreises 2007 statt. Schweizer vereinbarte gleich mit den Geschäftsführern von Transporeon einen Termin im Ulm, um sich das Unternehmen genauer anzuschauen und dann vor Ort herauszufinden, wie sie helfen kann.
Die konkrete Unterstützung
Sie bringt die Transporeon-Gründer mit den richtigen Leuten in der Oetker-Gruppe zusammen, stellt dabei aber nur den ersten Kontakt her, „den Rest müssen sie selber machen“, erklärt Schweizer. Denn von oben verordnete Geschäftsbeziehungen funktionieren nur selten, sind im Fall von Transporeon auch nicht nötig. Schließlich bieten die Logistik-Experten ein Produkt, das nicht nur die Jury des Deutschen Gründerpreises überzeugt, sondern für das es auch in der Oetker-Gruppe zahlreiche Anwendungsgebiete gibt.
Schweizer öffnet nicht nur Türen. Sie lässt die Transporeon-Gründer auch von ihren Erfahrungen und von denen der Oetker-Gruppe profitieren. „Wir sind überall in Europa vertreten und haben schon gute und schlechte Erfahrungen gemacht – die wir weitergeben können“, erzählt sie. So etwas erleichtert die internationale Arbeit ungemein. Und sie berät bei der Strategie: „Die Jungs von Transporeon wissen genau, wo sie hinwollen. Derzeit stehen sie kurz vor dem nächsten Wachstumsschritt. Ob sie diesen gehen, das müssen sie selber entscheiden, Ich kann nur die Diskussion mitverfolgen und entsprechende Fragen stellen. Wie weit reicht die Managementpower noch? Was trauen sie sich zu? Haben sie noch Reserven?“
Was läuft gut?
Die Transporeon-Gründer überzeugen von Anfang an: Sie schicken sofort Informationsmaterial, sie melden sich. „Man merkt, dass sie das Angebot der Patenschaft mit allen damit verbundenen Möglichkeiten gerne in Anspruch nehmen“, erzählt Schweizer. Sie sind gut auf das erste Gespräch vorbereitet, kennen die gesamte Oetker-Gruppe und wissen welche Unternehmensteile für sie interessant sein könnten. Fazit: „Das sind ganz fitte Jungs.“
Was sonst noch wichtig ist
Unternehmer und Pate müssen sich sympathisch sein. „Sonst braucht man gar nicht anzufangen“, weiß Schweizer. Und: Der Pate sollte nie vorgeben, wie etwas zu machen ist. Der Vorschlag kann zwar richtig sein, aber das Patenunternehmen lernt nichts dabei. Der Pate kann Anregungen geben, muss das Denken aber dem Unternehmer überlassen. Nur dann hilft es. Wobei die Transporeon-Leute nicht zu denen gehören, denen man in diesem Gebiet Nachhilfe geben müsste. Schweizer: „Die sind so voller Ideen und voller Drive und voller Dynamik, denen muss man gar nichts sagen. Denen muss man nur Türen öffnen.“

