Dermalog Identification Systems GmbH

„Europa ist im internationalen Vergleich immer noch regelrechte Biometrie-Wüste. Das möchten wir ändern“, erklärt Günther Mull von Dermalog.

Das Unternehmen liefert sogenannte AFIS, das sind Systeme mit denen man Personen blitzschnell per Fingerabdruck identifizieren kann. „Wir möchten die Biometrie in den Alltag integrieren“, so Günther Mull. „So kann man die vielen Passwörter und PINs ersetzen. Das ist nicht nur bequemer, sondern auch wesentlich sicherer.“ Die ersten Schritte zur Realisierung dieser Zukunftsvision ist Dermalog bereits gegangen. Derzeit ist ein System in Arbeit, mit dem per Fingerabdruck im Supermarkt bezahlt werden kann.

Bislang ist das Unternehmen vorwiegend im Ausland aktiv. Die Software der Hamburger hilft den Behörden anderer Länder vor allem beim Aufdecken von Betrügereien. „Allein in Rio de Janeiro können wir so jedes Jahr rund 15.000 Personen finden, die versuchen, sich mehrfach registrieren zu lassen um mehrfach Sozialleistungen zu beziehen“, erzählt der Unternehmer. „Und im Jemen hat unser System 60.000 Beamte mit mehreren Namen identifiziert, die in der Vergangenheit mehrmals Gehalt bekommen haben.“ Auch bei der Grenzkontrolle ist das Dermalog-System im Einsatz, um Personen zu finden, die unter falschem Namen reisen. „Studien zeigen, dass die Identifikation per Fingerabdruck im Vergleich zur Vermessung des Gesichts oder der Iris wesentlich zuverlässiger funktioniert und eindeutigere Ergebnisse liefert“, so Günther Mull.

DERMALOG Identification Systems GmbH

Günther Mull
T (040) 41 32 27-0

mull@dermalog.de
www.dermalog.de

In Deutschland sind solche Anwendungen aus Datenschutzgründen nicht unumstritten. „In den letzten Jahren ist die Akzeptanz für solche Verfahren jedoch erheblich gestiegen. Inzwischen sehen selbst Datenschützer die Vorteile“, so der Unternehmer. „In Zukunft soll ja auch der neue, fälschungssichere Reisepass biometrische Daten enthalten.“ Natürlich möchte Dermalog auch bei den dazu laufenden Ausschreibungen ganz vorn dabei sein. Die Erfolge des Unternehmens sind hart erkämpft. „Von der Idee bis zum Markt war es ein längerer Weg als gedacht“, erzählt Günther Mull. „Bislang sind unsere Kunden ja in erster Linie Regierungen, und da dauert es oft zwei bis drei Jahre bis zur Entscheidung.“ Doch die Geduld des Unternehmers hat sich gelohnt: Inzwischen beschäftigt die 1995 gegründete Dermalog 50 Mitarbeiter und gehört zu den weltweit fünf führenden Unternehmen der Branche. Das Unternehmen ist der einzige deutsche Anbieter großer Fingerabdruck-Systeme und punktet durch Qualität und eine sehr gute Kundenbetreuung. „Bei unserem System kann man den Finger in jede Richtung auflegen, das ist natürlich technisch vorteilhaft“, erklärt der Unternehmer. „Außerdem ist keine spezielle Hardware nötig, die zusätzlich gekauft werden muss, und dadurch sind wir insgesamt preiswerter als andere Anbieter.“

Diese Vorteile des Dermalog-Systems und die internationale Ausrichtung des Unternehmens überzeugten auch die Juroren des Deutschen Gründerpreises. Zur großen Überraschung des nichts ahnenden Unternehmers wurde Dermalog in der Kategorie Visionär nominiert. „Wir drehen als kleine Firma ein sehr großes Rad“, so Günther Mull. „Es ist natürlich toll, wenn das von außen anerkannt wird.“ Die gute Nachricht kam genau zum richtigen Zeitpunkt. „Wir erschließen ja gerade den europäischen Markt und dabei profitieren wir natürlich sehr von dem Imagegewinn, der mit der Nominierung verbunden ist“, findet der Unternehmer. „Diese Anerkennung hilft uns sehr dabei, uns als einziges deutsches Unternehmen besser gegen die US-amerikanischen Mitbewerber aufzustellen.“