Paion AG

„Mit unserem Wirkstoff Desmoteplase soll das Zeitfenster für die Erstversorgung von Schlaganfall-Patienten von drei auf neun Stunden vergrößert werden“, so Peer Nils Schröder von der Paion AG.

Schlaganfälle entstehen meistens durch Blutgerinnsel im Gehirn und können jeden ohne Vorankündigung treffen. Oft sind irreversible Hirnschäden die Folge. Rund 20 Prozent aller Schlaganfall-Opfer sterben innerhalb der ersten vier Wochen und etwa 60 Prozent der Überlebenden sind nicht mehr in der Lage, ihren Alltag ohne Einschränkungen weiter zu führen.

Das einzige derzeit verfügbare Medikament zur Auflösung der Blutgerinnsel kann nur wenigen Patienten schnell genug verabreicht werden. „Durch Desmoteplase hätte man mehr Zeit für die Behandlung und in den klinischen Prüfungen zeigten sich auch weniger Nebenwirkungen“, erklärt der Unternehmenssprecher. „Außerdem können deutlich mehr Patienten ursächlich behandelt werden.“ Dadurch könnte Desmoteplase die oft schweren Folgeschäden eines Schlaganfalls verringern. Und das ist nicht nur für die Betroffenen und die Angehörigen wichtig, sondern auch volkswirtschaftlich von Bedeutung: Die Behandlung der rund jährlich 200.000 Schlaganfall-Opfer in Deutschland kostet über 40.000 € pro Patient – indirekte Kosten noch gar nicht mitgerechnet.

Desmoteplase ist ein gerinnungshemmendes Protein, das im Speichel einer Blut leckenden Vampirfledermaus aus Mittel- und Südamerika vorkommt. Damit hält der kleine Vampir das Blut seiner Opfer bis zu 30 Minuten lang flüssig. Heute wird der Wirkstoff biotechnologisch hergestellt. Das Enzym wurde ursprünglich vom Pharmakonzern Schering für die Behandlung von Herzinfarkt-Patienten erforscht. Doch diese Arbeiten sollten nicht weiter verfolgt werden und die Lizenzen wurden zum Verkauf angeboten. Paion-Gründer Dr. Wolfgang Söhngen und seine Frau Dr. Mariola Söhngen erkannten das Potenzial des Wirkstoffs und griffen zu.

Im Jahr 2000 gründeten die beiden branchenerfahrenen Mediziner das Unternehmen Paion. Seitdem wurde die Wirksamkeit von Desmoteplase in klinischen Studien weiter bestätigt. Die positiven Ergebnisse und der große Bedarf brachten dem Wirkstoff außerdem den sogenannten Fast-Track-Status der US-amerikanischen Zulassungsbehörde ein, der ein beschleunigtes Verfahren ermöglicht. Parallel wurden weitere Wirkstoffe zur Behandlung thrombotischer Erkrankungen einlizensiert und befinden sich inzwischen in fortgeschrittenen Entwicklungsphasen.

PAION AG

Dr. Peer Nils Schröder
T (0241) 44 53-152

pn.schroeder@paion.de
www.paion.de

Namhafte Kooperationspartner wie der US-amerikanische Pharmakonzern Forest Laboratories und das dänische Pharmaunternehmen Lundbeck unterstützen die Paion AG bei der weiteren Entwicklung und werden die Desmoteplase-Medikamente nach der Zulassung weltweit vertreiben. „Für wichtige europäische Länder haben wir eine Co-Vermarktung vereinbart“, so Peer Nils Schröder. „Das sichert uns nicht nur einen größeren Anteil an der Wertschöpfung, sondern ist auch für die Markteinführung weiterer Produkte wichtig.“

Der enorme Bedarf und das große Potenzial dieses Wirkstoffes beeindruckten auch die Jury des Deutschen Gründerpreises. Daneben waren die klare Zielorientierung des branchenerfahrenen Führungsteams sowie das solide Management weitere Pluspunkte. „Wir haben uns alle sehr über die Nominierung in der Kategorie Visionär gefreut“, so der Unternehmenssprecher. „Sie hat die visionäre Zielsetzung der Paion AG noch einmal von außen bestätigt.“ Zudem freut sich das Unternehmen über die öffentliche Aufmerksamkeit: „Wir hoffen, dass durch die Berichterstattung auch ein öffentliches Bewusstsein der Schlaganfall-Problematik geschaffen wird, wie es beispielsweise beim Herzinfarkt inzwischen besteht,“ so Peer Nils Schröder. „Hier hat der Deutsche Gründerpreis sicher eine große Strahlwirkung.“