Resonanz Magnetfeldtechnik GmbH

Die Idee hatte Frank Pommerening schon lange: Ein Elektromotor, der bei gleichem Drehmoment mit wesentlich geringeren Drehzahlen arbeitet als die herkömmlichen Modelle und deshalb ohne Getriebe auskommt. „Jahrelang war das nicht zu realisieren, weil die notwendige Mehrphasen-Regelelektronik auf dem Markt nicht verfügbar war“, so der RMT-Geschäftsführer.

Im Jahr 2003 war es dann soweit. Elektronik-Fachmann Frank Pommerening baute in Handarbeit verschiedene Prototypen seines innovativen Scheibenläufers. Zahlreiche Testreihen zeigten, dass der Motor sehr gut funktionierte. Doch dann kam die Überraschung: Noch besser, noch effizienter war das neue System als Generator. „Beide Apparate sind technisch sehr ähnlich“, erklärt der Erfinder. „Vereinfacht gesagt ist ein Generator eine Art umgekehrter Motor.“

Frank Pommerening wusste, dass die Windradhersteller große Probleme mit der Effizienz der eingesetzten Generatoren haben. Man braucht verhältnismäßig viel Wind, um die Räder überhaupt in Schwung zu bringen und die eigentliche Stromerzeugung beginnt erst relativ spät. In Deutschland weht der Wind dafür oft nicht stark genug. Die Räder erzeugen also noch keine Energie, obwohl sie sich schon drehen oder sie stehen sogar ganz still. „RMT-Generatoren sind wesentlich leichter zu bewegen und liefern schneller Strom“, erklärt der Gründer. „Sie arbeiten bereits bei Windgeschwindigkeiten von 2-3 statt der üblichen 5-6 Meter pro Sekunde.“ Außerdem brauchen sie aufgrund der niedrigen Drehzahl kein Getriebe. Das steigert die Leistung, weil geringere Reibungsverluste auftreten und spart zudem Material- und Wartungskosten. Insgesamt können Windräder mit RMT-Generatoren rund 40 % der im Wind gebundenen Energie in Strom umwandeln und realisieren damit fast den maximal möglichen Anteil von 50 %. Herkömmliche Modelle erreichen dagegen nur Werte um 25 %. Aufgrund der höheren Stromausbeute amortisieren sich die Windräder deutlich schneller. Das macht sie angesichts weiter steigender Strompreise auch wirtschaftlich immer attraktiver.

Diese Pluspunkte überzeugten bereits die ersten Kunden. Derzeit werden RMT-Generatoren vor allem in hochwertigen vertikalen Windrädern verwendet, die in ganz Europa vertrieben werden. Bei diesen Modellen stehen die Flügel senkrecht und drehen sich parallel zum Boden um den Mast. Sie werden meist auf Gebäudedächern montiert, da sie im Gegensatz zu ihren Kollegen in der freien Landschaft geräuschfrei arbeiten und keine störenden Schatten werfen. Daneben sollen die neuen Generatoren in Wasserkraftanlagen und Blockheizkraftwerken zum Einsatz kommen. Langfristig plant der Gründer, elektrische Radnabenantriebe für Fahrzeuge zu produzieren. „Das würde die Antriebstechnik völlig revolutionieren“, so der Unternehmer, der die RMT im Sommer 2006 gemeinsam mit seinem kaufmännischen Partner Heinz-G. Franz gegründet hat.

Der innovative Ansatz der Resonanz Magnetfeldtechnik GmbH mit einem Entwicklungsvorsprung von mindestens zwei Jahren, der durch mehrere derzeit laufende Patentvorbereitungen noch unterstrichen wird, überzeugte auch die Jury des Deutschen Gründerpreises. Positiv bewerteten die Experten außerdem die hohe Kompetenz des Gründungsteams, das bereits langjährige unternehmerische Erfahrung vorweisen kann. Deshalb sehen sie für die Dortmunder klare Erfolgschancen auf dem boomenden Markt für regenerative Energien, der angesichts der drohenden Klimaveränderungen voraussichtlich noch weiter an Bedeutung gewinnen wird. „Ich war sehr überrascht, als ich von der Nominierung in der Kategorie StartUp erfahren habe“, sagt Frank Pommerening. „Als wir dann sogar unter die Top-3 kamen, war ich begeistert. Der Deutsche Gründerpreis ist für uns Marketing par excellence. Einfacher und schneller können wir nicht bekannt werden. Und natürlich hat der Preis auch ein sehr hohes Kontaktpotenzial. Die Aufmerksamkeit der Industrie, aber auch von Investoren, ist durch Werbung so nicht zu bekommen.“