Team Euresco

Mit Eureso wird das Web 2.0 kreativ – so könnte man die Geschäftsidee von sechs jungen Männern aus Bad Oeynhausen zusammenfassen. Das Team, dessen Mitglieder alle das Immanuel-Kant-Gymnasium besuchen, hat eine Plattform für die Vermittlung von kreativen Ideen entwickelt.

Das Ziel von Jannis Funk, Peter Klöpping, Malte Gerkensmeyer, Leonard Wehmeier, Felix Kirchner und Paulo Ruhrländer: Planer und Künstler zusammenbringen, so dass jeder vom Know-how des Anderen profitiert. Eureso basiert auf einer sogenannten Peer-to-Peer-Plattform – einer Community, die zunächst fremde Menschen untereinander vernetzt. Je größer das Netzwerk, so hoffen die Schüler, umso wahrscheinlicher, dass jeder Mensch, ungeachtet seiner Vorkenntnisse, ein kreatives Vorhaben in die Tat umsetzen kann.

Konkret sieht das so aus: Ein potenzieller Auftraggeber beschreibt sein Vorhaben auf der Eureso-Website. Künstler können nun nach passenden Aufträgen suchen und spezifizieren, unter welchen Bedingungen und zu welchem Preis sie einen Auftrag ausführen möchte. Der Auftraggeber profitiert so von den Fähigkeiten eines Künstlers, den er vielleicht nie kennengelernt hätte. Der Kreative wiederum erschließt Auftragspotenziale. Finanziert wird das Angebot zunächst auf zwei Wegen: Für jedes eingestellte Projekt zahlt der Auftraggeber eine pauschale Gebühr. Außerdem verpflichten sich die ausführenden Künstler, eine Provison an Eureso abzuführen, die sich aus dem erwirtschafteten Künstlerhonorar berechnet.

Eureso ist aber nicht nur eine Geschäftsidee: Hinter Eureso steckt die Vision, dass alle kreativen Ideen verwirklicht werden können. Und da Eureso selber Idee und realisierbar ist, so schlussfolgern die Betreiber, sind es alle anderen kreativen Ideen auch. Die Macher nutzen hier die Metapher eines Bienenstocks: „Eine einzelne Biene lebt 50-60 Tage, wiegt 90 Milligramm und kann sich in der Regel nicht fortpflanzen. Sie hat ein Gedächtnis von etwa sechs Tagen und stirbt, sobald sie sich gegen größere Gegner verteidigt. Ein Bienenschwarm besteht über mehrere Jahre, wiegt bis zu sieben Kilogramm und vermehrt sich durch Paarung. Er hat ein Gedächtnis von bis zu drei Monaten und kann selbst Bären in die Flucht schlagen.“ Es folgt die einleuchtende Frage: „Was kann dann erst ein Planet voller Menschen?“

Die sechs jungen Männer von Eureso betreiben die Website mit viel Begeisterung, einer großen Portion Idealismus und dem nötigen Ernst. Dabei bleibt die Kreativität, die so grundlegend für das Geschäftsmodell ist, allerdings nicht auf der Strecke. Auf die Frage, wie das Team denkt, antwortet Jannis Funk: „Wie wir denken? Kreuz und quer. In alle Richtungen!“ Die Gründung von Eureso basiert auf eigenen Erfahrungen. Felix Kirchner erklärt: „Wir alle haben immer unsere Projekte gehabt: Musik, Fotografie, Webdesign, Amateurfilm – dabei sind wir mit kreativen Menschen in Kontakt gekommen. Die meisten Menschen haben aber nie die Chance, etwas aus Ihrem Talent zu machen. Oft sind die Begabungen zu speziell, um damit Geld zu verdienen, während anderswo Menschen nach Lösungen suchen, für die ihre eigenen Fähigkeiten nicht ausreichen.“ So wird das Konzept geboren. „Die Idee zu Eureso kam uns nicht, weil wir nach einer lukrativen Geschäftsidee gesucht haben. Die Idee zu Eureso kam uns, weil wir uns selbst eine solche Plattform gewünscht haben!“

Der Deutsche Gründerpreis für Schüler ist für das Team eine willkommene Gelegenheit, sein Geschäftkonzept vorzustellen. Bleiben soll es bei der fiktiven Existenzgründung im Rahmen des Planspiels allerdings nicht – Das Konzept ist zu stimmig, als das man nicht versuchen sollte, tatsächlich eine reale Plattform anzubieten, die nicht nur funktioniert, sondern sogar profitabel wirtschaftet. Das sieht auch die Jury des Deutschen Gründerpreises für Schüler so, die dem Konzept einhellig gute Aussichten auf Erfolg bescheinigt. Schließlich stammt die Idee zu Eureso nicht nur direkt aus dem Lebensumfeld der Schüler – ihr liegt auch eine tiefe Wahrheit zu Grunde. Jannis Funk formuliert es so: „Eureso ist die Erkenntnis, dass ein Mensch allein nicht alles können kann.“