Teutoburger Ölmühle GmbH & Co. KG

„Unser Raps-Kernöl gehört ernährungsphysiologisch zu den wertvollsten Speiseölen und ist noch gesünder als beispielsweise Olivenöl“, erklärt Dr. Michael Raß, Geschäftsführer der Teutoburger Ölmühle.

„Außerdem hat unser Öl einen milden, nussigen Geschmack. Die bei herkömmlichen Produkten unangenehm vorschmeckenden Bitterstoffe kommen nämlich aus der Schale, die bei uns vor der Pressung entfernt wird.“ Die in der Branche einmalige Spitzenqualität wird durch eine schonende Kaltpressung erreicht, bei der man die Temperatur der Kerne stets unter 40 Grad Celsius hält. So bleiben alle kostbaren Inhaltsstoffe der Saat vollständig erhalten. Außerdem ist das von Dr. Michael Raß und seinem Partner Dr. Christian Schein an der Universität Essen entwickelte Verfahren umweltfreundlich. „Bei der industriellen Ölsaatenverarbeitung entstehen ungenießbare Rückstände, die bei hohen Temperaturen und mit Hilfe von Chemikalien wieder aus dem Öl entfernt werden müssen“, erläutert der Verfahrenstechniker. „Diese Umwelt belastenden Verfahren sind bei unserer patentierten Kaltpressung überflüssig.“

Aufgrund der äußerst schonenden Pressung ist die Ölausbeute relativ gering. „Auf ein Drittel Öl kommen etwa zwei Drittel Pressrückstände“, so der Ingenieur. Die Reste werden in einem zweiten Schritt nochmals ausgepresst. Dieses Öl verwendet das Unternehmen zum Betrieb des hauseigenen Blockheizkraftwerks sowie als Treibstoff für Lkw. Der Presskuchen dient als hochwertiges Tierfutter. Auch diese nachhaltige Kreislaufwirtschaft ist einzigartig in der Branche.

Teutoburger Ölmühle GmbH & Co. KG

Dr. Michael Raß
T (05451) 99590

dr.m.rass@teutoburger-oelmuehle.de
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Das innovative Verfahren entstand im Rahmen der Dissertationen der beiden Gründer, die bei Professor Felix H. Schneider promovierten. Ursprünglich sollten dadurch die Emissionen der Speiseölindustrie verringert werden. Doch die Hersteller zeigten kein Interesse. „Ich habe gegründet, weil ich nicht wollte, dass unsere jahrelange Forschungsarbeit ungenutzt in der Schublade verschwindet“, sagt Dr. Michael Raß. Von Anfang an setzte er auf die strikte Kontrolle des gesamten Produktionsprozesses, denn sein Ziel war absolute Top-Qualität. „Wir mussten deshalb die Landwirte bereits zu einem Zeitpunkt überzeugen, für uns Raps anzubauen, als die Mühle überhaupt noch nicht stand“, erinnert er sich. Immerhin: Acht Bauern waren zur Kooperation bereit und im Dezember 2001 konnte das erste Öl gepresst werden. „Ende 2003 schrieben wir schon schwarze Zahlen, denn es gab einen regelrechten Rapsboom, der von uns mit initiiert worden war“, so der Ingenieur. Das junge Unternehmen wuchs rasch. Bald musste angebaut und zusätzliches Personal eingestellt werden. Inzwischen arbeiten über 120 Voll- und Teilzeitkräfte und mehr als 400 Vertragslandwirte für die Firma.

Der Marktführer bietet ein breites Sortiment an hochwertigen kaltgepressten Rapsölen und Rapsöl-basierten Salatdressings an. Dabei setzt das Unternehmen zu 30 Prozent auf Bioprodukte, zu 70 Prozent auf konventionell erzeugte. Immer wird der Anbau regelmäßig kontrolliert um die hohe Qualität aller Saaten zu gewährleisten. „Der Markt hat noch ein großes Potenzial. Wir werden unser Sortiment stetig erweitern um neue Verbrauchergruppen zu erschließen“, so Dr. Michael Raß. Außerdem will der Unternehmer die Hersteller hochwertiger Lebensmittel als Kunden gewinnen, da rund 85 Prozent der konsumierten Fette in Fertigprodukten verarbeitet sind. Daneben soll der Export in die europäischen Länder weiter ausgebaut werden.

Für das einzigartige, patentierte Herstellungsverfahren und die rasche Durchdringung eines schwierigen Marktes wurde die Teutoburger Ölmühle mit dem Deutschen Gründerpreis in der Kategorie Aufsteiger ausgezeichnet. Ein weiterer Grund war die erfolgreiche Verbindung von ökonomischen und ökologischen Zielen, die Modellcharakter für die Branche hat. „Die Entscheidung der Jury hat mich überrascht, weil wir ja kein klassisches Hightech-Unternehmen sind. Es freut uns sehr, dass man sich die Mühe gemacht hat, hinter die Kulissen zu sehen“, so Dr. Michael Raß. „Der Deutsche Gründerpreis ist äußerst wichtig für uns, weil er so prominent ist. Die Auszeichnung verschafft uns Öffentlichkeit und stärkt unsere Glaubwürdigkeit.“