Transporeon GmbH & Co. KG

Viele Unternehmen kennen das Problem: Ist die Ware auslieferungsbereit, muss für den Transport möglichst schnell eine Spedition gefunden werden.

„Die Disponenten müssen häufig intensiv herumtelefonieren, um überhaupt einen freien LKW zu finden“, erklärt Transporeon-Geschäftsführer Peter Förster. „Zu ihrer eigentlichen Aufgabe, nämlich der optimalen Tourenplanung, kommen sie deshalb kaum noch.“ Die Konsequenz dieses uneffektiven Systems: Die Verlader zahlen unnötig hohe Preise und die Speditionen haben erhebliche Kosten durch unproduktive Standzeiten oder Leerkilometer. Das zusätzliche Verkehrsaufkommen belastet außerdem die sowieso schon überfüllten Straßen, verschleißt teure Straßenbeläge und führt zu überflüssigen Umweltbelastungen.

Transporeon-Kunden dagegen vergeben ihre Frachtaufträge online. Auf der Kommunikationsplattform TISYS® erhalten die Verlader innerhalb weniger Minuten die verfügbaren Angebote ihrer Partner-Speditionen. Dadurch können Angebot und Nachfrage wesentlich besser aufeinander abgestimmt werden als vorher. Bei Bedarf kann danach der Status jeder einzelnen Ladung genau verfolgt werden, egal welcher Spediteur gerade fährt. Beide Partner sparen aufgrund der optimierten Tourenplanung Geld, und das ganz ohne Risiko: Verlader und Spedition zahlen nur dann eine Gebühr von wenigen Euro, wenn der Auftrag auch tatsächlich zu Stande kommt. „So sind die Einstiegshürden für unsere Kunden sehr gering und wir generieren nachhaltig Umsatz“, erläutert Peter Förster die Vorzüge dieses Modells. Zusätzlich bietet TISYS® die Möglichkeit, die Zeiten für die Verladung der Produkte in einer Art elektronischen Stundenplan vorab zu terminieren. Dadurch werden die Kapazitäten des Verlade-Personals gleichmäßiger ausgenutzt und für die Fahrer entstehen weniger Wartezeiten. „Eine optimale Einsatzplanung wird angesichts der verschärften Lenk- und Ruhezeiten-Regelungen und der intensiveren Kontrollen immer wichtiger“, meint der 32-Jährige.

TRANSPOREON GmbH & Co. KG

Peter Förster
T (0731) 16906144

foerster@transporeon.com
www.transporeon.com

Inzwischen nutzen mehr als 4.000 Speditionen und über 140 Verlader den Transporeon-Service. Insgesamt werden täglich rund 7.000 LKW-Ladungen gebucht. Die Papierbranche wickelt bereits rund 30 Prozent aller Transporte über TISYS® ab. Das bescherte dem Marktführer in Deutschland 2006 einen Umsatz von 4,4 Millionen Euro. Derzeit erobert Transporeon Europa. „Wir wollen unsere Marktführerschaft auch auf den europäischen Markt ausweiten“, umreißt Peter Förster die ehrgeizigen Ziele der Firma.

Dabei hatte im Jahr 2000 alles ganz klein angefangen: „Im ersten Jahr hatten wir einen Umsatz von 261,00 DM“, schmunzelt der Chef von 65 Mitarbeitern. Bei einem Pflichtpraktikum hatten die angehenden Wirtschaftsingenieure des Gründungsteams die Marktlücke erkannt. „Wir konnten zwar nicht programmieren, aber uns war schnell klar, dass das Internet der richtige Ansatzpunkt ist.“ Deshalb wurde ein Software-Spezialist ins Boot geholt. Private Kontakte ermöglichten es den fünf Studenten, ihre Idee bei einem Dachziegelhersteller zu präsentieren. Der Vorstand zeigte Interesse und wurde später der erste Kunde des Unternehmens. „Wir hatten die richtige Idee zur richtigen Zeit“, meint Peter Förster. „Außerdem machte es die damals noch ungebrochene Interneteuphorie leicht, Investoren für die Startphase zu finden.“

Die Vorteile der neuen Dienstleistung, das nachhaltige Geschäftsmodell und die überlegene Marktposition in Deutschland überzeugten die Expertenjury des Deutschen Gründerpreises, die Transporeon in der Kategorie Aufsteiger nominierte. Weitere Pluspunkte waren das engagierte Führungsteam sowie die Aussicht auf einen weiteren Wachstumsschub aufgrund der Erweiterungsstrategie. „Als der Anruf kam, habe ich einen richtigen Freudenschrei ausgestoßen“, erzählt Peter Förster. Transporeon will vor allem den mit der Nominierung verbundenen Imagegewinn nutzen und hofft auf interessante Geschäftskontakte. „Außerdem ist dies auch eine tolle Motivation für die Mitarbeiter“, findet der Unternehmer. „Jetzt haben wir natürlich den Ehrgeiz, den Deutschen Gründerpreis auch zu gewinnen.“