Farblich? Ganz Orwo.

„Ich habe bei den Finanzmitteln nicht knapp geplant, sondern immer langfristig vorgebaut. Dadurch konnten wir so manchen Sturm gut überstehen“, beschrieb Vorstand Dr. Gerhard Köhler die Erfolgsgeschichte der Orwo Net AG. In nur sechs Jahren gelang ihm so das Unglaubliche: aus einem insolventen Unternehmen eines der führenden Fotogroßlabore der Bundesrepublik zu machen.

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Farbfilme von Orwo, „ORiginal WOlfen“, waren einst Exportschlager der DDR. Nach 1989 wechselten die Eigentümer rasch, auf eine Liquidation folgte die Insolvenz – bis einer aus Sachsen-Anhalt kam. „Weil ich an eine Perspektive des Fotogeschäfts geglaubt habe, wechselte ich aus der Bankenwelt in die Industrie“, sagt Köhler. Er glaubte an die Tradition der Marke Orwo und das Fachwissen der Menschen in der Region. All das half ihm bei der Neupositionierung. „Weil ich wusste, wie Banker denken, konnte ich überzeugende Konzepte entwickeln.“

„Orwo musste sich den Herausforderungen des digitalen Zeitalters stellen“, war die Zielvorgabe von Köhler. Deshalb konzentriert sich die Orwo Net AG seit 2004 auf das Geschäft mit den elektronischen Bilddaten. Damit gelang es, auf einem eigentlich schrumpfenden Markt den Turnaround in ein Boom-Segment zu schaffen. „Die Veränderungen des Marktes und die Konzentration auf Digitales haben uns begünstigt. Für die Kunden boten wir die Alternative zu den klassischen Fotodiensten“, begründet Köhler den Erfolg.

Ab 2005 kooperierte die ostdeutsche Orwo Net mit Foto Quelle und kaufte 2009 die Marken- und Domainrechte des westdeutschen Unternehmens mit seiner seit 1957 gut eingeführten Marke „Foto Quelle“ auf. Heute produziert die Orwo Net AG an Standorten in Wolfen, Wiesbaden und Dänemark über 300 Millionen digitale Fotos pro Jahr. Im Zeitraum 2004 bis 2010 steigerten die Wolfener ihre jährlichen Umsätze um durchschnittlich 40,6 Prozent, im selben Zeitraum stieg der Marktanteil von 0,5 auf 12,1 Prozent. Im Geschäftsjahr 2010 wurde ein Umsatz von 32,97 Millionen Euro erzielt.

Schnelle Datenleitungen liefern die Bildmassen, die in Wolfen auf hochwertigem Fotopapier, in Fotobüchern oder -kalendern ausgedruckt werden. Weiterhin produziert die Orwo Net AG zahlreiche Fotogeschenke wie Foto-Tassen oder -Puzzles, liefert Plüschtiere in bedruckten T-Shirts, Kerzen, Mousepads, Umhängetaschen. All das überzeugte nicht nur eine Beteiligungsgesellschaft, sondern auch die Banken. 33 Millionen Euro wurden bisher in neue Technologien investiert.

Orwo Net AG

Dr. Gerhard Köhler
T (03494) 36 97 00

gerhard.koehler@orwonet.de
www.orwonet.de

Über die Internetplattformen www.pixelnet.de und www.fotoquelle.de können Kunden ihre Aufträge direkt nach Wolfen schicken. Außerdem kooperiert die Orwo Net AG mit diversen Versandhäusern sowie mit einem der größten Lebensmittel-Discounter Deutschlands und einem Drogeriefilialisten. Für letzteren entwickelte das Unternehmen online angebundene Service-Terminals, die die Orwo Net AG zum Technologieführer in diesem Segment machten. „Heute sind wir in der digitalen Fotowelt angekommen“, sagt Köhler über sein Unternehmen und dessen deutsch-deutsche Erfolgsgeschichte. Er ist von den Stärken der Orwo Net AG überzeugt und hält auch in Zukunft Wachstumsraten zwischen 10 und 25 Prozent pro Jahr für realistisch.

Die Nominierung für den Deutschen Gründerpreis „bewegt unser ganzes Team emotional“, so Dr. Köhler. „Das ist nicht nur eine Anerkennung für unsere Gründerleistung, sondern vor allem ein Ansporn für unsere 275 Mitarbeiter, weiterhin ihr Bestes zu geben.“

Die Orwo Net AG wurde durch die Jury in der Kategorie Aufsteiger nominiert, „weil sie seit 2004 ihre Umsätze kontinuierlich steigern und die Marktposition erfolgreich ausbauen konnte. Orwo hat es geschafft, aus einem insolventen Unternehmen in nur sechs Jahren eines der führenden Fotogroßlabore der Bundesrepublik aufzubauen und auf einem teilweise schrumpfenden Markt den Turnaround zu erreichen,“ begründet die Jury des Deutschen Gründerpreises ihre Entscheidung.