Schicht für Schicht. Mit einer einzigen Düse

Hauchdünne Beschichtungen erzeugen – das konnten bisher viele Düsen. Veränderten sich jedoch die Anforderungen an die Beschichtung, waren oft eine neue Düse und umfangreiche Neuberechnungen nötig. Das kostete. Mit den neuartigen Beschichtungsdüsen der FMP Technology GmbH können Maschinenbauer jetzt aufatmen.

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Wenn Druckertinte auf dem Papier nicht verläuft, sich Haftnotizen rückstandslos ablösen oder Terrassenplatten leicht reinigen lassen, liegt das an hauchfeinen Beschichtungen. Was im täglichen Gebrauch so unspektakulär erscheint, ist in der Herstellung äußerst komplex. „Beschichtungsanlagen müssen in oft monatelangen Versuchen eingerichtet werden und sind nur sehr schwer auf neue Produkte umzustellen“, erklärt FMP Technology-Gründer Martin Gillert. Ändern sich das Produkt oder die Beschichtung, benötigt man eine neu ausgelegte, oft mehrere hunderttausend Euro teure Düse, um die Schicht aufzutragen. Die von Mitgründer Prof. Dr. Franz Durst entwickelte Universaldüse dagegen kann man weiter verwenden. „Außerdem haben wir ein Computerprogramm entwickelt, das die für die Umstellung nötigen Änderungen bestimmt.“

Wir können sogar vorab berechnen, ob sich Materialien, wie etwa neue Kleber, überhaupt zum Beschichten eignen, was bislang kaum möglich war.

Prof. Dr. Franz Durst

Die monatelange Arbeit von gestandenen Ingenieuren in wenigen Stunden per Mausklick erledigen? Die Branche konnte es anfangs nicht glauben. „Auf einer Messe wurden wir sogar als unseriös bezeichnet“, erinnert sich Martin Gillert. „Gleichzeitig haben wir aber gemerkt, dass die Unternehmen wegen der immer rascher wechselnden Anforderungen des Marktes dringend nach Lösungen suchten, um ihre Produktionsanlagen schneller und kostengünstiger umzurüsten.“ Trotz des Bedarfs lief es anfangs nur zäh. Viel Überzeugungsarbeit war nötig, um das Vertrauen der Kunden zu gewinnen. Heute gilt FMP Technology, eine Ausgründung der Universität Erlangen-Nürnberg, als Kapazität in der Branche. Kunden aus aller Welt nutzen die patentierte Beschichtungsdüse und das Know-how des Unternehmens. Selbst ein Brand im Jahr 2011, der die Firma einige Monate lang lahmlegte, konnte den Siegeszug der neuen Beschichtungsdüse nicht stoppen. „Die Kunden haben gewartet, bis wir wieder liefern konnten.“ In den letzten Monaten hat sich das Erlangener Unternehmen zudem ein zweites Standbein aufgebaut: Momentan testet FMP eine patentierte Einspritzdüse für Verbrennungsmotoren, die die Druckwellen beim Einspritzen beseitigt. „Dadurch wird der Verbrennungsprozess wesentlich effizienter und besser kontrollierbar“, erklärt der 41-jährige Ingenieur. So können erhebliche Mengen Treibstoff eingespart und Emissionen verringert werden.

FMP Technology GmbH

Martin Gillert
T  (09131) 9328680

m.gillert@fmp-technology.com
www.fmp-technology.com

„Die Nominierung von FMP Technology für den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie Aufsteiger zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Diese Anerkennung widmen wir unseren Mitarbeitern, die sich nach dem Brand unglaublich für das Unternehmen engagiert haben“, sagt Martin Gillert. „Wir freuen uns auf die Beratung von Porsche Consulting, denn wir haben in den Bereichen Prozess- und Projektmanagement sowie Internationalisierung noch viele Fragen. Außerdem hoffen wir, dass wir durch die Nominierung besser mit der Automobilindustrie ins Geschäft kommen, denn das ist ohne solche Auszeichnungen für kleine Unternehmen nur sehr schwer möglich.“

Das Unternehmen ist nominiert, „weil es seinen Kunden durch strömungsmechanische Innovationen hilft, Kosten und Ressourcen zu sparen. Damit wird es einem sehr aktuellen Thema gerecht. Mit der von FMP Technology entwickelten, universell einsetzbaren und patentierten Beschichtungsdüse lassen sich beliebige Beschichtungsflüssigkeiten auf jedes gewünschte Material aufbringen. Produzenten müssen nicht in mehrere, sehr teure Einzelgeräte investieren. Der Diffusionstrockner der FMP Technology spart beim Anbringen dünner Flüssigkeitsschichten Energie. Das gilt auch für Einspritzdüsen für Verbrennungsmotoren, die zudem die CO2-Emmissionen reduzieren. Die FMP Technology hat sich bei Umsatz, Gewinn und Arbeitsplätzen gut entwickelt und langfristig ein gutes Wachstumspotential.“