Erleichterung für heikle Kopf-OP’s

Der neuartige Mikrosensor von Fiagon wird in chirurgische Instrumente eingebaut. Damit kann der Operateur bei heiklen Operationen im Kopfbereich die exakte Position seiner Instrumente genau erkennen.

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Jeder Schädel ist anders – bei Operationen im Kopfraum orientiert sich der Chirurg deshalb an Röntgenbildern des Patienten. Die Aufnahmen zeigen natürlich nicht, wo sich seine Instrumente während der OP gerade befinden. Mit dem nur 0,4 mm kleinen Mikrosensor von Fiagon dagegen kann der Operateur ganz genau verfolgen, was er tut: Er sendet schwache elektromagnetische Impulse an den Computer, der die genaue Position des Instruments direkt in das Bild auf dem Monitor einblendet. „Unser System ist so klein, dass es in jedes beliebige Instrument passt, beispielsweise einen Sauger, einen Bohrer oder eine Hohlnadel“, erklärt Fiagon-Gründer Dr. Timo Krüger. Die daumennagelgroßen Sensoren der Wettbewerber dagegen sind schlicht zu groß für diffizile Operationen an Nase, Ohren oder Gehirn. Außerdem punktet das Fiagon-System mit praktischen Vorteilen: Es braucht im OP-Saal kaum Platz, ist ohne langwierigen Aufbau startklar und lässt sich einfach und intuitiv ohne Tastatur bedienen.

Wir haben gegründet, weil wir unsere Ergebnisse praktisch nutzen wollten.

Dr. Timo Krüger

Dr. Timo Krüger und Dr. Dirk Mucha

Die Gründungsidee entstand während eines Forschungsprojekts an der Universität Berlin zum Thema Klinische Navigation und Robotik. Hier promovierte der ausgebildete Vermessungsingenieur Timo Krüger, dem seine vorherigen Jobs als Kartograph in Afrika und bei der Vermessung von Karosserien für einen Automobilzulieferer „zu langweilig“ geworden waren. Gemeinsam mit Elektroingenieur Dr. Dirk Mucha entwickelte Krüger den Prototypen des mehrfach patentierten Systems. „Wir haben gegründet, weil wir unsere Ergebnisse praktisch nutzen wollten“, sagt der Wissenschaftler. Krüger nahm Kontakt zu Professor Marc Bloching auf, Chefarzt im Helios Klinikum Berlin-Buch. Der signalisierte Interesse, forderte aber ein ausgereiftes System. Die Gründer warben Beteiligungskapital ein und entwickelten das technisch aufwändige Navigationsinstrument zur Marktreife weiter. „Zwei Jahre später hat die Helios Klinik unser System dann tatsächlich gekauft.“

Die Vorteile von Fiagon überzeugen inzwischen mehr als 150 Krankenhäuser in über dreißig Ländern, darunter viele renommierte Unikliniken wie München, Moskau oder Rom. Aktuell werden rund 1.500 Operationen pro Monat mit dem System durchgeführt, das Fiagon in Hennigsdorf bei Berlin selbst fertigt. „Seit 2011 arbeiten wir profitabel, im letzten Jahr haben wir unseren Umsatz verdreifacht“, erklärt Krüger. Zunehmend wird das System auch von kleineren Kliniken genutzt, die Innovationen erst dann akzeptieren, wenn sie sich in den großen Häusern bewährt haben. Mittelfristig wollen die Unternehmer auch niedergelassene Ärzte ansprechen. Außerdem entwickeln sie das Produkt für neue Anwendungsgebiete weiter, etwa für Eingriffe an der Wirbelsäule oder im Bauchraum. Ihr Ziel ist klar: „Wir wollen Weltmarktführer werden.“

„Das Bewerbungsverfahren für den Deutschen Gründerpreis hat Fiagon schon jetzt neue Erkenntnisse gebracht“, sagt Dr. Timo Krüger. „Nun wollen wir natürlich gewinnen. Interessant ist für uns vor allem das Coaching durch die Experten, damit durch unser starkes Wachstum keine Qualitätsprobleme entstehen. Die Nominierung in der Kategorie Aufsteiger ist außerdem ein tolles Marketing und stärkt die Marke Fiagon vor allem in Deutschland.“

Fiagon GmbH

Dr. Timo Krüger

T (03302) 201 21 10

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„Das Produkt liefert einen echten Mehrwert, sowohl für den Arzt als auch für den Patienten“, begründete die Expertenjury des Deutschen Gründerpreises die Nominierung des Hennigsdorfer Unternehmens in der Kategorie Aufsteiger. Die namhaften Juroren beurteilten auch die hohe Patentsicherheit der neuen Technologie sehr positiv und bescheinigten Fiagon ausgezeichnete Perspektiven.