Sicher in der Wolke

Durch Zufall entdeckten Robert Freudenreich und Andrea Pfundmeier eine Marktlücke: Sichere Datenspeicherung in der Cloud. Die hochkarätig besetzte Auswahljury des Deutschen Gründerpreises war beeindruckt, wie erfolgreich sich das junge Team gegen die Übermacht der Branchenriesen durchgesetzt hat und nominierte Secomba in der Kategorie StartUp. 

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Nach ihrer Diplomarbeit bei einem großen Softwareunternehmen war Wirtschaftsjuristin Andrea Pfundmeier ernüchtert: Zu verkrustet, zu hierarchisch, zu festgefahren. „Wenn man am nächsten Tag nicht mehr kommt, ist das egal.“ Die 27-Jährige wollte selbst entscheiden, eigene Ideen umsetzen und etwas bewegen. Zufällig traf sie Informatiker Robert Freudenreich (30) wieder, einen alten Bekannten, ebenfalls auf der Suche nach einer Gründungsidee. „Es passte und wir haben losgelegt.“ Finanziert von einem Stipendium, entwickelte das Team sein erstes Konzept. Doch erst als die beiden Dokumente im Internet abspeichern wollten, entdeckten sie die eigentliche Marktlücke: „Es gab keine passende Möglichkeit, um Dateien in der Cloud zu verschlüsseln.“ Robert Freudenreich baute zunächst eine Lösung für den eigenen Bedarf und stellte den Prototypen von Boxcryptor gratis ins Internet. Das Prinzip: Der Nutzer verschlüsselt die Daten auf dem eigenen Endgerät, bevor er sie im Internet speichert, ist also nicht mehr auf die Sicherheitsmaßnahmen der Anbieter angewiesen. „Wir hatten schnell 1000 Downloads, da haben wir die Chance gesehen.“ 

Es passte und wir haben losgelegt.

Andrea Pfundmeier und Robert Freudenreich

Die Gründer schwenkten um, richteten eine professionelle Website für Boxcryptor ein, schickten Journalisten Testversionen, aktivierten Social Media. „Es war anfangs nur ein Minimalprodukt mit wenigen Funktionalitäten.“ Dem Team war klar, dass eine derartig spartanische Lösung auf Dauer nicht reichen würde. „Die Konkurrenz aus den USA ist schneller, weil sie mehr Geld hat. Wir brauchten Investoren.“ Ein Business Angel, selbst überzeugter Nutzer von Boxcryptor, steckte 400.000 Euro in das Projekt und Secomba konnte durchstarten. Heute funktioniert Boxcryptor auf allen Plattformen wie Mac, Windows oder Blackberry sowie bei über 20 Cloudanbietern. „Das ist weltweit einzigartig.“ Außerdem ist die Software extrem leicht zu bedienen, was vor allem Privatanwender und kleine Unternehmen überzeugt. Die einfache Basisvariante ist gratis. Geld verdienen die Gründer an der Premiumversion, die schon mehr als 20.000 Nutzer bezahlen. „Diese Fokussierung auf kleine Kunden und das kostenlose Basisangebot sind genau die richtige Strategie, um sich auf dem schwierigen Markt durchzusetzen“, lobte die hochkarätig besetzte Auswahljury des Deutschen Gründerpreises. Dazu kam eine Prise Glück: Immer neue Sicherheitslücken bei den großen amerikanischen Anbietern und die NSA-Affäre schreckten viele Menschen auf, Boxcryptor wurde Secomba zeitweilig aus den Händen gerissen. Rund die Hälfte der Nutzer kommt aus Deutschland, der Rest aus anderen Ländern, interessanterweise sehr viele aus den USA. „Deutschland hat einen sehr guten Ruf beim Datenschutz. Als unabhängiges deutsches Software-Unternehmen haben wir echte Vorteile“, sagt Robert Freudenreich. So sah es auch die Auswahljury des Deutschen Gründerpreises: „Alternativen zu den großen Softwareanbietern haben derzeit gute Marktchancen. Secomba bietet das richtige Produkt zur richtigen Zeit.“ 

Secomba GmbH

Andrea Pfundmeier,
Robert Freudenreich
T (0821) 907 86 150

ap@secomba.com
www.boxcryptor.com

Jetzt wird Secomba den Geschäftskundenbereich ausbauen und weiter wachsen. „Wir wollen nachhaltig erfolgreich sein. Die Freiheit, die man als Unternehmer hat, wollen wir nie wieder hergeben.“ Ihr Traum: „Wenn man an Cloud-Sicherheit denkt, denkt man an uns.“ Die Nominierung von Secomba für den Deutschen Gründerpreis in der Kategorie StartUp freut die beiden jungen Unternehmer ganz besonders: „Das ist ein Riesenpreis, wir waren total überrascht. Die Präsenz in den Medien ist enorm groß. Eine so tolle Beratung durch Porsche Consulting könnten wir uns selbst niemals leisten. Sehr wichtig ist für uns auch das Netzwerk, um uns mit anderen auszutauschen.“