Tierischer Erfolg, rein pflanzlich

Nach einem Burnout gründete der ehemalige Daimler-Manager und überzeugte Veganer Jan Bredack die erste Supermarktkette, die ausschließlich pflanzliche Produkte anbietet. Dieses einzigartige Konzept kam sowohl bei den Kunden als auch bei der Expertenjury des Deutschen Gründerpreises sehr gut an, die Veganz in der Kategorie StartUp nominierte. 

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„In einem normalen Supermarkt ist es total anstrengend, wirklich vegane Nahrung zu finden“, so die Einkaufserfahrung von Veganz-Gründer Jan Bredack. „Man muss Lebensmitteltechnologie studiert haben, um die Etiketten zu verstehen.“ Denn auch in pflanzlichen Lebensmitteln kann sich Tierisches verstecken, etwa Gelatine, die zur Klärung von Fruchtsäften verwendet wird. Die Idee eines veganen Supermarkts keimte auf: Jan Bredack war die ständigen Einkaufsmarathons leid und außerdem auf der Suche nach einer neuen beruflichen Perspektive. Nach einem Burnout war der damalige Daimler-Manager alles andere als glücklich in seinem Job. „Ich konnte und wollte nicht mehr so arbeiten wie bisher.“ Die Gründung von Veganz auch tatsächlich anzugehen war für den 42-jährigen Berliner der nächste logische Schritt. „Ich hatte parallel schon immer eigene Firmen, das Unternehmerische steckt einfach in mir drin.“ 

Helle, freundliche Läden, eine riesige Auswahl mit über 6.000 Produkten, freundliche und kompetente Beratung − Veganz ist ein (fast) normaler, moderner Supermarkt. „Wir sind nicht anti- irgendwas und wollen auch niemanden bekehren, sondern wir machen ein Angebot, das den Leuten gefällt“, erklärt Bredack. Das Konzept kommt an. Bei Veganz kaufen nicht nur überzeugte Veganer, sondern vor allem gesundheitsbewusste Normalos und alle, die wegen Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Erkrankungen auf ihre Ernährung achten. „Veganz trägt dazu bei, die vegane Lebensweise gesellschaftsfähig zu machen“, fand auch die Auswahljury des Deutschen Gründerpreises. Die professionelle und erfolgreiche Umsetzung eines innovativen Nischenkonzepts imponierte den Juroren ebenso wie die Konsequenz und Leidenschaft, mit der Jan Bredack sein Leben umgekrempelt hat. Nach wie vor arbeitet der Gründer zwar bis zu 14 Stunden am Tag, aber von einem zweiten Burnout fühlt er sich weit entfernt: „Veganz ist für mich eine Herzensangelegenheit, das ist eine ganz andere Motivation.“ 

Veganz ist für mich eine Herzensangelegenheit, das ist eine ganz andere Motivation.

Jan Bredack

Veganz-Gründer Jan Bredack

Jan Bredack legt viel Wert auf Fairness. Er achtet auf Bioqualität und Fair Trade Produkte, zahlt hohe Löhne. „Es lief viel besser als erwartet, allerdings habe ich den Aufwand und die Kosten unterschätzt“, sagt der Unternehmer heute. Trotz beachtlicher 1,6 Millionen Euro Umsatz im ersten Jahr wurde es finanziell eng, doch der Gründer blieb gelassen. „Tiefs gehören dazu. Bei Schwierigkeiten die richtigen Entscheidungen zu treffen, das macht den Unternehmer aus. Wenn es gut läuft, kann es jeder.“ Bredack überarbeitete sein Konzept und eröffnete schnell weitere Filialen. „Das Ganze rechnet sich erst ab einer gewissen Größe.“ 

Wir wollen die Marke für gesunde, pflanzliche Ernährung werden.

Veganz GmbH

Elisabeth Dober
T (030) 293 63 78 21

ed@veganz.de
www.veganz.de

Aktuell gibt es sechs Läden, nächstes Jahr sollen es 21 Filialen in ganz Europa sein. Außerdem beliefert Veganz als Großhändler konventionelle Supermärkte mit veganen Produkten. „Wir wollen die Marke für gesunde, pflanzliche Ernährung werden.“ Die hochkarätig besetzte Auswahljury des Deutschen Gründerpreises war beeindruckt von der schnellen Expansion des jungen Unternehmens. „Vegane Ernährung liegt weltweit im Trend. Veganz hat mit einem konkurrenzlosen Angebot und einem hohen Bekanntheitsgrad hervorragende Erfolgsaussichten auf dem deutschen und dem internationalen Markt.“ Damit habe sich Veganz klar für den Deutschen Gründerpreis 2014 in der Kategorie StartUp qualifiziert. „Die Nominierung ist für uns extrem wertvoll“, sagt Jan Bredack. „Sie zeigt, dass wir in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind und unterstreicht die Professionalität unseres Geschäftsmodells. Wir freuen uns besonders auf den Austausch mit anderen erfahrenen Unternehmern.“