Arbeit, die man lieben kann

Jimdo GmbH, Hamburg: Preisträger des Deutschen Gründerpreises 2015 in der Kategorie Aufsteiger

Mit wenigen Klicks zur Homepage in Profiqualität – das bietet das Baukastensystem der Hamburger Jimdo GmbH. Ein tolles Produkt und starkes Wachstum aus eigener Kraft aber vor allem die kreative, unkonventionelle Unternehmensführung machten der erfahrenen Auswahljury des Deutschen Gründerpreises die Entscheidung leicht: Sie nominierte Jimdo für den Deutschen Gründerpreis 2015 in der Kategorie Aufsteiger. 

Das Unternehmen im Überblick
Gründungsjahr 2007
Die Gründer Fridtjof Detzner, Matthias Henze,
Christian Springub
Startkapital 400 Euro
Umsatz 2014 im Millionenbereich
Mitarbeiter 200

„Wer eine Homepage braucht, kommt an Jimdo nicht vorbei“, urteilten die Experten des Deutschen Gründerpreises. Auch ohne Design- und Programmierkenntnisse kann sich jeder mit Jimdo eine perfekte Website gestalten. Die Bedienung ist extrem simpel, selbst der Webshop ist in wenigen Minuten eingerichtet. „Ein so einfaches Tool zu bauen ist total schwer, weil die Abläufe dahinter so komplex sind“, sagt Fridtjof Detzner, einer der drei Gründer. Diese Aufgabe hat das Team ganz offensichtlich hervorragend bewältigt. Acht Jahre nach dem Start sind etwa zwölf Millionen Jimdo-Websites online. Die Auswahljury war beeindruckt von diesem überzeugenden Erfolg und lobte die „Kreativität, Innovationsbereitschaft und Professionalität der Gründer“.

Ein so einfaches Tool zu bauen ist total schwer, weil die Abläufe dahinter so komplex sind

Videovorschau
Webseiten erstellen kinderleicht mit Jimdo.

Schon als Schüler programmierten Fridtjof Detzner (32) und Christian Springub (33) Websites und betrieben eine kleine Internetagentur. „Unsere Eltern mussten das Gewerbe anmelden, weil wir noch minderjährig waren.“ Die komplizierte Eingabe von ewig langem Programmcode nervte die Jugendlichen. „Wir wollten beim Editieren sofort sehen, wie es hinterher aussieht.“ Was heute selbstverständlich ist, war damals revolutionär. Nach dem Abi zogen die Freunde für eineinhalb Jahre auf den Bauernhof von Fridtjof Detzners Eltern, um die Urversion des Homepagebaukastens zu entwickeln. „Wir haben die Nächte durchgearbeitet, mit meiner Mutter gefrühstückt und sind anschließend ins Bett gegangen.“ Geplant war das neuartige Tool nur als Zusatzangebot für die Kunden der Agentur, in die inzwischen auch Matthias Henze (37) eingestiegen war. „Dann haben wir gemerkt, dass die Software unser eigentliches Produkt ist.“ Das Team gab die erfolgreiche Agentur auf und gründete 2007 Jimdo. Der ständig weiterentwickelte Baukasten wird in neun Sprachen angeboten, es gibt Standorte in Tokio und San Francisco. Die Basisversion ist gratis, Profivarianten kosten fünf bzw. 15 Euro − das beste Preis-Leistungs-Verhältnis am Markt. Jimdo ist ganz langsam aus eigener Kraft größer geworden, und das nicht immer ohne Wachstumsschmerzen: Ein Wettbewerber hatte sich am Unternehmen beteiligt, doch die kreativen Freigeister von Jimdo kamen mit den strikten Hierarchien und bürokratischen Abläufen des konservativen Investors nicht klar. „Wir wollten unsere Identität nicht aufgeben und haben am Ende die Anteile zurückgekauft.“

Jimdo GmbH

Fridtjof Detzner
T (040) 822 44 997

fridtjof@jimdo.com
www.jimdo.com

Offenheit für neue Ideen, eine einzigartige, lebendige Unternehmenskultur und extrem motivierte Mitarbeiter sind das Erfolgsgeheimnis von Jimdo und begeisterten auch die Auswahljury des Deutschen Gründerpreises. „Man kann nur dann Erfolg haben, wenn man liebt, was man macht“, findet Fridtjof Detzner. Die drei Gründer tun alles, um für ihre Leute eine kreative Wohlfühlatmosphäre zu schaffen. Statt Kantine gibt’s Leckeres vom Sternekoch, der Nachwuchs wird im hauseigenen Kindergarten betreut und eine Feelgoodmanagerin versucht, für möglichst jedes Problem eine Lösung zu finden. Feste Arbeitszeiten, starre Hierarchien, bürokratische Abläufe − so etwas kennen die rund 200 Jimdo-Mitarbeiter aus über 20 Nationen nur vom Hörensagen. „Die Nominierung für den Deutschen Gründerpreis ist eine super Anerkennung für unsere Art, ein Unternehmen zu führen. Wir fänden es cool, wenn die Berichterstattung auch andere inspirieren würde“, sagt Fridtjof Detzner. Er freut sich besonders auf das Medientraining, das alle Top-3-Unternehmen erhalten. Jetzt wollen die Hamburger den Bereich Mobile ausbauen, neuartige Serviceangebote einführen und natürlich soll Jimdo weiter wachsen. Dabei wird die Nominierung für den Deutschen Gründerpreis 2015 in der Kategorie Aufsteiger sicherlich helfen.