Revolution statt Ruhestand

Cargonexx GmbH, Hamburg: Nominiert für den Deutschen Gründerpreis 2019 in der Kategorie StartUp

Optimal ausgelastete Lkw statt unnötiger Leerfahrten, die die Autobahnen verstopfen und die Luft verpesten – das ist das Ziel von Cargonexx. Die Auswahljury war begeistert von der vielversprechenden Kombination aus wirtschaftlichen Perspektiven und Umweltschutz. Sie nominierte die Hamburger für den Deutschen Gründerpreis 2019 in der Kategorie StartUp.

Das Unternehmen im Überblick

Gründungsjahr 2016
Die Gründer Rolf-Dieter Lafrenz
Startkapital „mehrere 100.000 Euro“
Umsatz 2018 „mehrere Millionen Euro“
Mitarbeiter 60

Als Rolf-Dieter Lafrenz in sein Auto stieg, ahnte er noch nicht, dass dieser Tag sein Leben verändern würde. Wie so oft stand er auf der Autobahn im Stau, eingeklemmt zwischen endlosen Lkw-Schlangen. „Ich habe mich gefragt, warum das so ist“, erzählt der ehemalige Unternehmensberater. Aus Neugier beschäftigt er sich mit der Branche, liest, dass rund 40 % der Laster mehr oder weniger leer durch die Gegend fahren, weil die passende Ladung fehlt. So entstand die Idee zu Cargonexx: Eine Internet-Plattform, bei der Unternehmen melden, welche Fracht sie wohin transportieren wollen und Speditionen anzeigen, wo gerade Lkw frei sind. Ein Algorithmus berechnet blitzschnell und vollautomatisch die optimale Verteilung der Ladungen auf die verschiedenen Transportfirmen. Das Ergebnis: Bessere Auslastung der Lkw, geringere Kosten, weniger unnötiger Verkehr und damit weniger Umweltverschmutzung.

„Je klarer das Konzept wurde, desto aufregender fand ich es.“

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Während seine Freunde ihre Rente planten und seine Frau ihn für „verrückt“ erklärte, entwickelte der heute 52-jährige Digitalisierungsexperte die „Revolution“ der Logistikbranche. „Ich sah die Chance, einen riesengroßen Wirtschaftsbereich neu zu gestalten.“ Er investierte „im sechsstelligen Bereich“ aus seinem privaten Vermögen, obwohl er weder Branchenerfahrung noch Programmierkenntnisse hatte. „Einmal Unternehmer, immer Unternehmer.“ Freiberufliche Software-Entwickler bauten einen Prototypen, erste Transportunternehmen zeigten sich interessiert. „Langsam wurde klar, dass es klappen kann.“ Rund zwei Jahre nach dem denkwürdigen Tag im Stau ging Cargonexx 2017 an den Markt. Natürlich musste der Branchenneuling „vieles lernen“, beispielsweise wie man es schafft, dass die Menge der angebotenen Frachten und die Anzahl der freien Lkw einigermaßen zusammenpassen. Jeden Tag gab es „neue Themen“, die in die Software integriert werden mussten. Auch emotional eine „Achterbahnfahrt“ für den Gründer, Selbstzweifel inklusive. „Die Idee sind nur 10 %, die Umsetzung wird oft unterschätzt.“ Doch offensichtlich leisten die inzwischen 60 Mitarbeiter ganze Arbeit: Heute kooperiert Cargonexx mit rund 8000 Transportunternehmen, das Transportvolumen hat sich 2018 verdreifacht. Das Hauptziel ist Wachstum. „Je mehr sich beteiligen, desto besser funktioniert das System.“ Deshalb wollen die Hamburger, die derzeit zu 70 % in Deutschland aktiv sind, nun den europäischen Markt erobern.

Cargonexx GmbH

Rolf-Dieter Lafrenz
T(040) 87407650

rdl@cargonexx.de
www.cargonexx.de

Für Rolf-Dieter Lafrenz ist die Zukunft klar: Immer mehr Güter auf der Straße, die von autonomen Lkw ohne Fahrer transportiert werden. Cargonexx soll dann ein „autonomer Transportservice“ sein, bei dem Ware vollautomatisch gemeldet wird, ein selbstlernender Algorithmus die optimale Tour berechnet und die Fracht automatisiert auf die selbstfahrenden Lkw der verschiedenen Transportunternehmen verteilt. Das zukunftsweisende Geschäftsmodell begeisterte auch die namhaft besetzte Expertenjury, die Cargonexx für den Deutschen Gründerpreis 2019 in der Kategorie StartUp nominierte. Die Experten lobten das „strategische Denken“ einer „echten Unternehmerpersönlichkeit“. Zudem überzeugten die Vorteile für die Umwelt, die „sehr gute Umsatzentwicklung“ und die „hervorragenden Perspektiven“ der Hamburger. „Ich freue mich besonders auf den Unternehmenspaten aus dem Gründerpreis-Netzwerk, der uns sicherlich voran bringen wird“, sagt der ehemalige Unternehmensberater. „Vor allem aber werden wir durch die mediale Aufmerksamkeit noch bekannter werden. Dadurch wird es leichter, das Vertrauen neuer Kunden und Mitarbeiter zu gewinnen und unsere Wachstumsziele zu erreichen.“