Durchblick für den Servicetechniker

Oculavis GmbH, Aachen: Nominiert für den Deutschen Gründerpreis 2018 in der Kategorie StartUp

Handelsübliche Datenbrillen oder Smartphones und dazu die maßgeschneiderte Software von Oculavis: So müssen Servicetechniker seltener zum Kunden fahren und alle Beteiligten sparen viel Zeit und Geld. Diese innovative Nutzung digitaler Technologien für Serviceleistungen im traditionellen Maschinenbau begeisterte die Experten der Auswahljury ebenso wie das überzeugende Geschäftsmodell. Damit holten sich die Aachener eine Nominierung für den Deutschen Gründerpreis 2018 in der Kategorie StartUp.

Das Unternehmen im Überblick

Gründungsjahr 2016
Die Gründer Dr. Markus Große Böckmann, Martin Plutz, Philipp Siebenkotten
Startkapital 300.000 Euro
Umsatz 2017 670.000 Euro
Mitarbeiter 20

Wenn Produktionsanlagen ‚Made in Germany’ irgendwo auf der Welt stillstehen, dauert es oft mehrere Tage bis endlich der Servicetechniker des Maschinenbauers aus Deutschland angereist ist. „Viele Reparaturen sind relativ einfach und können auch von den Maschinenbedienern vor Ort durchgeführt werden, wenn ihnen ein Experte sagt, was zu tun ist“, erklärt Oculavis-Mitgründer Dr. Markus Große Böckmann. Mit der innovativen Software aus Aachen sehen der Anwender vor Ort und der Fachmann des Herstellers im wahrsten Wortsinn durch dieselbe (Daten)Brille. Der Experte in Deutschland kann anhand der Bilder auf seinem Computermonitor sofort eine Ferndiagnose stellen oder auch notwendige Wartungsarbeiten überwachen. Davon profitieren beide Seiten: Die teuren Ausfallzeiten der Anlagen werden minimiert und der Servicetechniker muss nur dann zum Kunden fahren, wenn es wirklich nötig ist.

Sich selbst zu entfalten und die Firmenkultur selbst zu gestalten.

Für die Kontaktaufnahme, die Dokumentation und das Wissensmanagement hat Oculavis eine bedienungsfreundliche Software-Plattform mit extrem vielfältigen Funktionen entwickelt. Sie funktioniert nicht nur mit Datenbrillen, sondern auch mit anderen mobilen Geräten wie Smartphones oder Tablets und kann zudem für Schulungen oder die Qualitätskontrolle genutzt werden. Dank zahlreicher Schnittstellen kann sie leicht in die bestehenden Systeme der Maschinenbauer eingebunden werden. „So können unsere Kunden über digitale Servicepakete zusätzliche Umsätze generieren.“ Das ausgereifte, überzeugende Produkt und „sehr viel harte Arbeit“ sorgten rasch für volle Auftragsbücher. Schon jetzt setzen namhafte Kunden wie Audi, die Deutsche Bahn, Benteler, Makino oder ABB auf die Lösungen von Oculavis. Knapp zwei Jahre nach dem Start werden die Aachener voraussichtlich rund zwei Millionen Euro Umsatz erzielen. Jetzt soll das Produkt weiterentwickelt und der Vertrieb in Europa ausgebaut werden, damit Oculavis weiter wachsen kann.

Die Idee entstand aus Forschungsprojekten der beiden Ingenieure Dr. Markus Große Böckmann (33) und Martin Plutz (33) sowie des Informatikers Philipp Siebenkotten (33) am renommierten Fraunhofer Institut und der RWTH Aachen. Finanziert über das Exist-Programm des Wirtschaftsministeriums und private Kredite wagten die Gründer den Sprung in die Selbstständigkeit. Neben der unternehmerischen Herausforderung lockte die Möglichkeit „sich selbst zu entfalten“ und „die Firmenkultur selbst zu gestalten“. Die Gründer legen deshalb sehr viel Wert auf Freiräume und eine offene, konstruktive Atmosphäre. Bei Neueinstellungen hat das sehr internationale, 20-köpfige Team sogar ein Vetorecht. „Schließlich arbeitet man jeden Tag acht Stunden zusammen.“

Oculavis GmbH

Dr. Markus Große Böckmann
T(0241) 89 04 479

grosseboeckmann@oculavis.de
www.oculavis.de

„Ein sehr durchdachtes Geschäftsmodell, das die Vorteile der Digitalisierung für den Service im kleinteilig strukturierten deutschen Maschinenbau nutzt und ein klar umrissenes Problem löst“, so das Fazit der Auswahljury des Deutschen Gründerpreises. Die Experten waren von dem technisch überzeugenden Produkt der Aachener genauso beeindruckt wie von den unternehmerischen Erfolgen. Für diese Leistung nominierte die Jury Oculavis in der Kategorie StartUp 2018. „Der Deutsche Gründerpreis ist die höchste Auszeichnung, die man als Unternehmen in Deutschland bekommen kann. Die Nominierung ist eine tolle Anerkennung unserer Arbeit“, sagt Dr. Markus Große Böckmann. „Sicher werden uns die Publicity und die Kontakte zum hochkarätigen Netzwerk einen enormen Push geben, um unsere Ziele zu erreichen.“