Erfolgreich in der Strömung

Vectoflow GmbH, Gilching bei München: Nominiert für den Deutschen Gründerpreis 2018 in der Kategorie StartUp

Individuell angefertigte, stabile und hitzefeste Sonden, die die Strömung von Luft, Wasser oder Öl extrem präzise messen – das klingt einfach, ist aber technisch sehr anspruchsvoll. Die hochkarätig besetzte Expertenjury war beeindruckt, wie rasch Vectoflow mit einem derart komplexen, völlig neuen Produkt die Gewinnzone erreicht hat und nominierte das junge Unternehmen für den Deutschen Gründerpreis 2018 in der Kategorie StartUp.

Das Unternehmen im Überblick

Gründungsjahr 2015
Die Gründer Dr. Christian Haigermoser, Katharina Kreitz, Florian Wehner
Startkapital 70.000 Euro
Umsatz 2017 über 1 Mio. Euro
Mitarbeiter 8

Es war mal wieder einer dieser Tage im Windkanal, an denen kein Test richtig funktionieren wollte weil die Messsonden nicht mitspielten: Da es die Sonden zur Strömungsmessung nur in wenigen Standardausführungen gab, waren sie wie üblich viel zu groß und verursachten Messfehler. Und jetzt schon wieder ein Defekt und monatelanges warten auf die Reparatur! Nicht zum ersten Mal ärgerten sich die Luft- und Raumfahrtingenieurin Katharina Kreitz (31) und ihr Kollege Dr. Christian Haigermoser (39) über die schlechte Qualität und den lahmen Service. „Wir dachten, dass das besser gehen muss.“ Die beiden genervten Ingenieure überlegten, ob man solche Sonden nicht per Metall-3-D-Druck ganz individuell nach Bedarf des Kunden fertigen könnte. Spontan fragten sie bei einer Spezialfirma für 3-D-Druck nach, die in der Nähe ihres Arbeitsplatzes lag. „Dort war man begeistert von der technischen Herausforderung“, erzählt Katharina Kreitz und gemeinsam entwickelte man einen ersten Prototypen.

Wir waren nicht sicher, ob der Bedarf da ist, aber wir hätten uns zu Tode geärgert, wenn es andere gemacht hätten.

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Das Duo gab sich ein Jahr Zeit zum Ausprobieren und bewarb sich um ein Gründerstipendium, doch leider fehlte ein Betriebswirt. „Wir hatten viele Bewerber, aber niemand passte wirklich.“ Zufällig erfuhr Katharina Kreitz von einem speziellen MBA für Ingenieure in Paris und schrieb sich kurzerhand dort ein. Dort lernte sie Maschinenbauer Florian Wehner (31) kennen, den Dritten im Bunde. „Jetzt hatten wir sogar zwei Ingenieure mit betriebswirtschaftlichem Know-how und haben das Geld bekommen.“ Die Gründer entwickelten die Sonden weiter, informierten ihr großes berufliches Netzwerk und präsentierten sich im Internet „schließlich braucht jede Firma eine Website“. Welch ein Zufall, dass exakt zu diesem Zeitpunkt ein bekannter Formel-1-Rennstall Sonden für Strömungsmessungen suchte und dabei auf die gerade gelaunchte Website aufmerksam wurde. „Wir dachten, die Anfrage wäre ein Fake.“ Doch so war es nicht, das Team wurde zur Präsentation geladen. „Wir haben geflunkert, dass das alles kein Problem sei und innerhalb von 14 Tagen die GmbH gegründet.“

Vectoflow GmbH

Katharina Kreitz
T(089) 124 14 95 70

katharina.kreitz@vectoflow.de
www.vectoflow.de

Der Plan ging auf: Die exakten Messwerte der völlig neuen, individuell gefertigten, passgenauen, robusten und hitzestabilen Sonden sowie die leicht bedienbare Auswertungs-Software von Vectoflow überzeugten von Anfang an. Sie sind inzwischen bei mehr als 60 Kunden im Einsatz, vor allem aus dem Motorsport, dem Flugzeug-, Drohnen- und Turbinenbau, darunter so große Namen wie ABB oder Siemens. Auch die namhaften Experten des Deutschen Gründerpreises lobten die „technologisch exzellenten, zum Patent angemeldeten Produkte, die denen der Konkurrenz deutlich überlegen sind“. Besonders beeindruckte die Jury, dass Vectoflow schon seit dem zweiten Jahr schwarze Zahlen schreibt und der Umsatz inzwischen die Millionengrenze geknackt hat. Für diese seltene Kombination von anspruchsvoller technischer Innovation und raschem unternehmerischem Erfolg wurde Vectoflow für den Deutschen Gründerpreis 2018 in der Kategorie StartUp nominiert. „Es ist toll, dass wir durch die Berichterstattung neue Kunden erreichen können. Ich würde mich außerdem sehr freuen, wenn unser Beispiel Mädchen die Scheu vor technischen Berufen nimmt“, sagt Katharina Kreitz. „Für uns werden vor allem die Profis von Porsche Consulting eine wichtige Unterstützung sein, denn jetzt möchten wir neben den Einzelanfertigungen zusätzlich auch Serienprodukte für Standardanwendungen entwickeln.“