Team Education Electronics

Die Produktidee der Jungunternehmer ist überzeugend: Ein Chip wird unter die Haut des Diabetes-Patienten implantiert und misst dort regelmäßig den Blutzuckerspiegel.

Der Begriff „ChipCheck“ weckt zunächst Assoziationen mit Knabbergebäck – nicht so abwegig, während in Österreich und der Schweiz die Fußball-EM ausgetragen wird. Auch an eine Spielbank könnte man denken – aber auch damit liegt man ganz falsch. „ChipCheck“ ist stattdessen eine Idee, die Diabetes-Patienten aufhorchen lässt und ein fiktives Produkt von sechs jungen Nachwuchsgründern des Städtischen Gymnasiums Petershagen in Nordrhein-Westfalen. Annika Bühring, Judith Niemeier, Marisa Stahlhut, Vanessa Daake, Julian Schröder und Moritz Knoop sind die Köpfe hinter der Entwicklung, die im wahrsten Sinne des Wortes unter die Haut geht.

Gemeinsam hat das Team im Rahmen des Deutschen Gründerpreises für Schüler ein fiktives Unternehmen namens Education Electronics gegründet und eine Blutwert-Analysemethode für Diabetiker erdacht. Das Besondere an dieser Idee? Mithilfe eines Chips, der Patienten in eine Vene des Oberschenkels implantiert wird und dort auf Kapillarblut trifft, kann in regelmäßigen Abständen und absolut schmerzfrei der Blutzuckerspiegel gemessen werden. Die über das nicht-invasive Verfahren gewonnenen Daten werden anschließend an ein Handy oder auf eine Armbanduhr übertragen und können so problemlos überwacht werden – wiederholtes Messen durch manuelle Techniken entfällt. Ihre Idee haben die Schüler mit einem sehr ausführlichen und beeindruckenden Business-Plan untermauert. Mit intensiver Recherche, großer Sorgfalt und viel Enthusiasmus wurden alle wesentlichen Faktoren eines Gründungsvorhabens berücksichtigt. Das Team hat seinen Markt analysiert, seine Zielgruppe definiert und entsprechende Marketingmaßnahmen geplant.

Nicht nur durch die steigende Anzahl der Diabetiker in Deutschland wurden die sechs Gymnasiasten auf das Thema aufmerksam. Auch die Tatsache, dass zunehmend jüngere Menschen von dieser Krankheit betroffen sind, hat zur Teilnahme am Existenzgründer-Planspiel geführt. Dabei inspiriert die Nachwuchsunternehmer ein bemerkenswertes Ziel: Diabetikern soll die Chance auf ein sorgenfreies und unbeschwertes Leben ermöglicht werden. Auch deshalb lautet der sehr treffende Slogan von Education Electronics „Federleicht durchs Leben“.

Würde der „ChipCheck“ in der von Education Electronics angedachten Art und Weise umgesetzt werden, wäre der schlaue Chip komplett mit hochmoderner medizinischer Technologie ausgestattet. Sobald der Blutzuckerspiegel vom Normalwert abweicht, sendet der Chip ein Signal, das den Patienten nicht nur über das demnächst fällige Insulin informiert, sondern auch die exakt ausgerechnete Dosis auf Uhr, Handy oder einem anderen Lesegerät anzeigt. Im Notfall kann die kabellose Technik sogar zum Lebensretter werden: Weichen die gemessenen zu stark von vorab definierten Soll-Werten ab, wird automatisch ein Notarzt alarmiert, der mittels eines kleinen digitalen Lesegeräts sogar die letzte Messdaten des „ChipCheck“ abrufen kann.

Doch nicht nur Diabetes-Patienten könnten von der kabellosen Messtechnik profitieren. Jedes Krankheitsbild, das auf die regelmäßige Blutanalyse angewiesen ist, kann mittels „ChipCheck“ diagnostiziert und überwacht werden, glauben die Erfinder von Education Electronics. Damit öffnet sich ein fast grenzenloser Markt für das fiktive Produkt. Deswegen hoffen nicht nur die Nachwuchsgründer auf das schnelle Voranschreiten der Fortschritte in der medizin-technologischen Entwicklung. Auch viele Patienten dürften sich auf den Tag freuen, an dem aus einer fiktiven Geschäftsidee des Deutschen Gründerpreises für Schüler medizinische Realität wird.