Torqeedo GmbH

Friedrich Böbel konnte es nicht fassen: „Hast du den Motor vom Antiquitätenmarkt?“, fragte er seinen Freund Christoph Ballin, der stolz sein gerade erworbenes Boot vorführte. Der reagierte irritiert – schließlich war der elektrische Außenborder ganz neu. „Das kann man um Klassen besser machen“, fand Böbel.

Vertriebs-Experte Christoph Ballin vermutete eine Marktlücke und sondierte den Markt. Je mehr er recherchierte, desto deutlicher wurde das Potenzial der Idee. Schnell zeigte sich, dass die technische Entwicklung an elektrischen Bootsantrieben weitgehend spurlos vorbeigegangen war. „Das war eine tolle Möglichkeit zur Gründung und für uns war schnell klar, dass wir diese Chance auch nutzen wollen“, so Dr. Christoph Ballin.

Friedrich Böbel verbesserte alle vier Komponenten des Antriebssystems. Er konstruierte einen Elektromotor auf dem aktuellen Stand der Technik, der über das 24-fache Drehmoment konventioneller Motoren verfügt. Zudem optimierte er das Propeller-Design, wobei er sich an Modellen aus der Großschifffahrt orientierte. Die konventionellen Bleiakkus ersetzte er durch moderne Lithium-Batterien mit hoher Energiedichte, die also im Verhältnis zu ihrer Größe besonders viel Energie speichern. Außerdem entwickelte er eine spezielle Regelungselektronik, die eine hocheffiziente Ausnutzung dieser Energie erlaubt. „Wir haben mit diesem elektrischen Antriebsstrang heute schon umgesetzt, was in der Automobilbranche für die Zukunft diskutiert wird“, erklärt der Diplom-Physiker.

Torqeedo GmbH

Martin Schwarz
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martin.schwarz@torqeedo.com
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Das Ergebnis der Entwicklungsarbeit: Torqeedo-Antriebe sind nicht nur leicht und kompakt, sondern bringen auch die beste Leistung in ihrer Klasse. Ihre Reichweite ist doppelt so groß wie die der Konkurrenzprodukte. Sie brauchen sogar den Leistungsvergleich mit Benzinern nicht zu scheuen, da sie die eingesetzte Energie neunmal so effizient wie diese in Vortriebsleistung umsetzen. „Unsere Antriebe sind in der Klasse bis 6 PS wettbewerbsfähig. Sie haben im Vergleich zu Benzinern die gleiche Kraft, gute Reichweiten und sind obendrein umweltfreundlicher und sauberer“, so Ballin.

Wassersportfreunde in aller Welt nahmen die mehrfach ausgezeichneten Innovationen begeistert auf: Innerhalb von drei Jahren verkaufte Torqeedo über 7.000 Außenborder. Bestseller des Unternehmens ist ein ultraleichter, faltbarer Antrieb mit integriertem Akku, den man in der mitgelieferten Transporttasche bequem und sauber im Auto transportieren kann. Bislang kommt jeweils ein Drittel der Kunden aus dem deutschsprachigen Raum und den USA, die übrigen verteilen sich auf 28 Länder in der ganzen Welt. Für die Zukunft planen die Unternehmer einen Ausbau der internationalen Aktivitäten und natürlich weitere innovative Produkte. Dabei setzen die Gründer ganz bewusst auf den Standort Deutschland. „Wir haben in nur elf Monaten drei Produktlinien auf den Markt gebracht“, sagt Friedrich Böbel. „So etwas geht nur in Deutschland, denn nur hier findet man für jede beliebige Technologie Lieferanten auf Weltklasseniveau.“

„Die Nominierung für den Deutschen Gründerpreis ist eine tolle Anerkennung für alle, die den Erfolg von Torqeedo erst möglich gemacht haben. Damit meine ich nicht nur unsere 25 Mitarbeiter, sondern auch unsere Kunden und Zulieferer“, so Christoph Ballin. Die Gründer hoffen vor allem auf die öffentliche Wirkung des Preises. „Bislang waren wir nur in den Fachmedien vertreten. Durch die Berichterstattung über den Deutschen Gründerpreis erreichen wir eine wesentlich breitere Öffentlichkeit und das ist für den Aufbau unserer Marke sehr wichtig.“

Die Jury des Deutschen Gründerpreises nominierte das Unternehmen „für die umfassende Neuentwicklung eines elektrischen Bootsantriebes – von der Batterie bis zum Propeller: Das Gründerteam von Torqeedo vereinigt moderne Technologie, das Erkennen einer Marktlücke sowie die schnelle Internationalisierungsstrategie zu einem überzeugenden Unternehmen.“ Das Unternehmen wurde von der BayTech Venture Capital Beratungs GmbH in das Auswahlverfahren des Deutschen Gründerpreises eingebracht. Die Patenschaft übernimmt Kuratoriumsmitglied Hubertus Brockhaus.