yuri GmbH - Kategorie 2021 StartUp Ein schwereloses Labor auf der Erde

Forschung in der Schwerelosigkeit bringt Fortschritt und neue Erkenntnisse. Doch sie ist teuer und damit längst nicht für jedes Unternehmen zugänglich. Neben Laborversuchen auf der ISS bietet die Yuri GmbH nun auch kostengünstigere Möglichkeiten an, in der Schwerelosigkeit zu forschen und Entwicklung voranzutreiben. Dafür, dass sie den Weltraum demokratisiert und den Zugang zur Forschung in der Schwerelosigkeit erleichtert hat, erhält die Yuri GmbH in der Kategorie StartUp den Deutschen Gründerpreis 2021.


Experimente auf der internationalen Raumstation ISS müssen lange vorbereitet werden und verschlingen nicht selten mehrere Millionen Euro. Sei das Erkenntnisinterresse auch noch so groß – längst hat nicht jedes Unternehmen die logistischen Kapazitäten und die finanziellen Mittel dazu. Mit der Entwicklung eines Mini-Labors hat die Yuri GmbH aus Meckenbeuren die Grundlage geschaffen, kostengünstig zu forschen und darüber hinaus auch wertvolle Zeit zu sparen. Das Team um die Raumfahrtingenieure Maria Birlem (39), Christian Bruderreck (43), Philipp Schulien (30) und den Wirtschaftsingenieur Mark Kugel (30) blickt beim Einsatz ihrer Mini-Labore inzwischen auf 11 erfolgreiche ISS-Missionen zurück. Es bietet ihren internationalen Kunden darüber hinaus auch Forschungsmissionen auf Orbital-Flugkörpern, Suborbital- und Parabelflügen, einem Fallturm und Mikro-Gravitations-Simulatoren an.

„Wir wollen Werte auf der Erde schaffen.“

yuri GmbH

Laborversuche in Mikro-Gravitation einfacher, schneller und kostengünstiger ermöglichen – auf Parabelflügen oder auf der Internationalen Raumstation ISS: Damit hat die yuri GmbH nicht weniger als die „Demokratisierung der Schwerelosigkeit“ für sich zum Geschäftsmodell erklärt.

Das Kernprodukt von Yuri sind Mini-Labore, die etwa im Auftrag von Pharmaunternehmen oder universitären Forschungseinrichtungen ins All geschickt werden. Auch als nur zehn mal zehn Zentimeter große Würfel sind sie ausgeklügelte Systeme, die von Pumpen, lebenserhaltenden Systemen, Kameras oder Funktionen zum Abtransport von Abfallstoffen alles beinhalten, was das jeweilige Forschungsprojekt benötigt. Missionen mit den Yuri-Laboren sind schon ab 10.000 Euro zu haben. Zur ISS geht es bereits ab 95.000 Euro.
Schon bei Airbus haben die drei Raumfahrtingenieure Mini-Labore gebaut, dort wurde das Geschäftsfeld aber als zu klein erachtet. Mit der Absicht, dass ihr Angebot sich nicht allein an sieben Astronauten im All, sondern an das Wohl von sieben Milliarden Menschen auf der Erde richten soll, gründeten sie 2019 zusammen mit Mark Kugel die Yuri GmbH.

Die Firma
yuri GmbH
Die Gründer Maria Birlem. Christian Bruderrek, Philipp Schulien, Mark Kugel
Gründungsjahr 2019

Zum Rund-um-Sorglos-Service von Yuri gehört auch die Abwicklung zahlreicher Verwaltungsvorgänge, wie die Zulassung von Experimenten, Zollerklärungen, Steuerangelegenheiten oder die Übernahme der Logistik. Das Unternehmen hat inzwischen eine Niederlassung in Luxemburg, pflegt Partnerschaften in den USA oder Australien und betreut Kunden wie die NASA, GlaxoSmithKline und namenhafte internationale Universitäten. Ist Yuri heute noch ein Service-Anbieter von Laborversuchen im All, so sind die Weichen für eine breit aufgestellte Zukunft des Unternehmens heute schon gestellt. Denn da sieht sich das Unternehmen als Biotech-Firma, die in der Schwerelosigkeit eigene Produkte wie biologisches Material herstellt oder auch vollständige Organe im Sinne der sich weiterentwickelnden Medizin züchtet.

Teil 1: StartUp - Die Preisverleihung 2021 der Kategorie

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