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Hans Peter Stihl mit Deutschem Gründerpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet

Mit fünf Jahrzehnten an der Spitze des Familienunternehmens sowie Spitzenpositionen beim DIHT und der Metallindustrie, zählt Hans Peter Stihl zu den prägenden Gestaltern der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Unternehmer hat in dieser Zeit aus einem schwäbischen Mittelständler einen Weltmarktführer für Motorsägen und Gartentechnik geformt und sich durch sein gesellschaftliches Engagement weit über die Grenzen der Industrie einen herausragenden Ruf erarbeitet. Für sein beeindruckendes Lebenswerk und seinen nachhaltigen Einfluss auf die deutsche Wirtschaft wurde er heute [09.09.2025] in Berlin mit dem Deutschen Gründerpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. „Der Macher mit Haltung, Geradlinigkeit und klaren Prinzipien schrieb eine der ganz großen Geschichten des deutschen Mittelstands“, so die Gründerpreis-Jury.


  • Kraft, Präzision – und Charisma: Der „erfolgreichste Waldarbeiter der Welt“ machte aus dem schwäbischen Mittelständler STIHL einen Weltmarktführer
  • Internationaler Brückenbauer, prägend für die Bundesrepublik: DIHT-Präsidentschaft, Förderung des Mittelstands, Vernetzung globaler Märkte
  • Gründerpreis-Jury von Sparkassen, ZDF, Porsche und FAZ: „Macher mit Haltung, der nicht gegen, sondern stets für etwas gekämpft hat“

Hans Peter Stihl (93) steht exemplarisch für eine Unternehmergeneration, die Globalisierung, Verantwortung und Tradition miteinander in Einklang gebracht hat und deren Lebenswerk Maßstäbe setzt. Wer Stihl erlebt, spürt schnell, dass für ihn Technik und Natur keine Gegensätze sind. Als Sohn des Firmengründers wuchs er in Waiblingen praktisch zwischen Werkshallen und Wald auf. Diese Prägung hat ihn sein Leben lang begleitet: Innovationen im Maschinenbau verstand er nie nur als Selbstzweck, sondern immer auch als Beitrag zu einem verantwortungsvollen Umgang mit der Natur. So erklärte er anlässlich der Eröffnung der STIHL Markenwelt, es gehe ihm darum, „Freude am Wald“ zu fördern – ein Bekenntnis zu jener Verbindung aus Technik und Umwelt, die seine Unternehmerpersönlichkeit auszeichnet. Der jahrelange STIHL-Boss gilt als der erfolgreichste Waldarbeiter der Welt.

Als Unternehmenslenker setzte er auf eine enge Bindung zur Belegschaft. Unter seiner Führung entwickelte sich STIHL nicht nur zu einem Weltmarktführer, sondern auch zu einem Arbeitgeber, der sich durch besondere soziale Leistungen und Mitarbeiterbeteiligungen profilierte. Stihl war und ist überzeugt, dass wirtschaftlicher Erfolg und gesellschaftliche Verantwortung untrennbar zusammengehören. Dieses Verständnis prägt das Unternehmen bis heute – sichtbar in seiner starken Bindung an den Stammsitz Waiblingen und in der konsequenten Förderung von Mitarbeitenden weltweit.

Über das Unternehmen hinaus engagierte sich Hans Peter Stihl in zahlreichen Ehrenämtern. Von 1988 bis 2001 stand er an der Spitze des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHT) und prägte die deutsche Wirtschaftspolitik über viele Jahre entscheidend mit. Nach dem gewaltsamen Tod von Hans Martin Schleyer übernahm Hans Peter Stihl 1988 den Vorsitz des DIHT – ein Amt, das er bis 2001 ausübte. In dieser Funktion prägte er die deutsche Wirtschaftspolitik entscheidend mit und brachte seine Erfahrung als Unternehmer ein, etwa bei Debatten um die Rente mit 67. Stihl nutzte die Position nicht nur, um wirtschaftliche Interessen zu vertreten, sondern auch, um Verantwortung und Weitsicht aus seiner eigenen unternehmerischen Praxis auf die nationale Bühne zu übertragen. Zudem engagierte sich Hans Peter Stihl in mehreren bedeutenden Aufsichtsräten, darunter bei der Robert Bosch GmbH, der IBM Deutschland GmbH sowie der Südwestbank AG und der IKB Industriebank AG. In der Metallindustrie übernahm Hans Peter Stihl von 1973 bis 1988 führende Positionen, darunter war er Vorsitzender des Vorstands des Verbandes der Metallindustrie Baden-Württemberg und Verhandlungsführer der Arbeitgeber in Tarifverhandlungen.

Als Honorargeneralkonsul von Singapur in Deutschland schlug er Brücken zwischen Ländern und Kulturen. Sein Wirken wurde vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, dem Großen Verdienstkreuz sowie dem Großen Verdienstkreuz mit Stern. Darüber hinaus wurden ihm zahlreiche internationale Ehrungen zuteil. Sein Name steht damit nicht nur für den wirtschaftlichen Aufstieg eines Familienunternehmens, sondern auch für ein Selbstverständnis, in dem wirtschaftlicher Erfolg stets mit gesellschaftlichem Engagement verbunden bleibt.

Als Hans Peter Stihl gemeinsam mit seiner Schwester Eva Mayr-Stihl Anfang der 1970er-Jahre die Führung des väterlichen Betriebs übernahm, war STIHL noch ein vergleichsweise kleiner Mittelständler. Rund 2.500 Mitarbeitende arbeiteten damals für das Unternehmen, der Umsatz lag bei 220 Millionen D-Mark. Doch die zweite Unternehmer-Generation erkannte früh, dass die Zukunft nicht allein in Baden-Württemberg entschieden werden konnte. Mit einem klaren Blick für Chancen und Risiken öffnete er das Geschäft für die Weltmärkte – und setzte damit eine Entwicklung in Gang, die den Markennamen STIHL zum Synonym für Motorsägen und innovative Produkte für zahlreiche Anwendungsgebiete machte.

Der internationale Durchbruch gelang STIHL 1959 mit der legendären Contra, der ersten getriebelosen Einmann-Benzinmotorsäge. Getreu der Vision von Andreas Stihl, den Menschen die Arbeit mit und in der Natur zu erleichtern, revolutionierte diese deutlich leichtere und effizientere Säge die Forstarbeit weltweit. Diese Innovation erforderte gut ausgebildete Fachkräfte. Hans Peter Stihl: „Mit diesen Sägen wurde die Waldarbeit aufgewertet. Dafür brauchte man besser ausgebildete Männer, die sicher mit den Geräten umgehen konnten. Im Laufe der folgenden Jahrzehnte entwickelte sich daraus der anspruchsvolle Beruf des Waldarbeiters, der entsprechend gut bezahlt wird. Die frühere, eher einfache Arbeit im Wald wurde so aufgewertet – heute sind es gut ausgebildete Fachkräfte, die die Maschinen sicher bedienen und Freude an ihrer Arbeit in der Natur haben.“

Seit 1971 ist STIHL die  „meistverkaufte Motorsägenmarke der Welt“. Stihl nutzte diesen Rückenwind, um den entscheidenden Schritt in die Internationalisierung zu wagen. Zwar belieferte das Unternehmen schon Jahrzehnte zuvor internationale Märkte, doch mit der Errichtung eigener Produktionsstätten begann eine neue Phase der weltweiten Präsenz. In den frühen 1970er-Jahren  entstanden Fertigungsstandorte außerhalb Deutschlands – unter anderem in Brasilien, der Schweiz und den USA. Diese Weichenstellungen machten STIHL unabhängiger von Konjunkturschwankungen im Heimatmarkt, sichern einen bis heute einheitlichen Qualitätsstandard und legten den Grundstein für die heutige globale Präsenz mit Produktionsstätten in sieben Ländern auf vier Kontinenten.

Hans Peter Stihl prägte das Marketing seines Unternehmens über Jahrzehnte mit einem klaren Fokus auf Kraft, Präzision – und Charisma! „Die Motorsäge muss die Arbeit erleichtern und verlässlich funktionieren – und beides sollte man von außen sehen können, weil der Mensch eben so tickt. Rund 90 Prozent der Nutzer sind Männer: Wald- und Facharbeiter. Die wollen ein Design, das die Kraft des Geräts zum Ausdruck bringt. Jeder greift schließlich gern zu einem Werkzeug, das gut aussieht.“ Unter Stihls Leitung wurden die Motorsägen deshalb nicht nur technisch führend, sondern auch optisch konsequent funktional und markant gestaltet – robuste Linien, kräftige Farben und Profi-Modelle, die Leistung und Zuverlässigkeit verkörpern. Zugleich engagierte sich das Unternehmen in spektakulären Veranstaltungen wie den STIHL TIMBERSPORTS®-Wettkämpfen, in denen Holzarbeiter ihre Kraft und Geschicklichkeit messen und die DNA der Marke öffentlich erlebbar machen.

Trotz aller Internationalisierung ist STIHL stets ein Familienunternehmen geblieben – und das ist kein Zufall. Hans Peter Stihl hat früh verstanden, dass unternehmerischer Erfolg auf Dauer nur gesichert werden kann, wenn die Eigentümerfamilie Verantwortung übernimmt und klare Strukturen schafft. Noch heute ist er alleinig persönlich haftender Gesellschafter der ANDREAS STIHL Holding AG & Co. KG und Ehrenvorsitzender von Beirat und Aufsichtsrat. Diese Gremien bilden das Rückgrat der Unternehmensführung und stellen sicher, dass die Familie auch nach dem Rückzug aus dem operativen Geschäft die strategische Richtung vorgibt.

2002 vollzog das Unternehmen einen bemerkenswerten Schritt: Zum ersten Mal übernahm ein familienfremder Vorstand die operative Leitung. Damit wurde eine klare Trennung zwischen Tagesgeschäft und strategischer Steuerung geschaffen. Hans Peter Stihl hatte diesen Übergang mit vorbereitet – in dem Wissen, dass eine global agierende Firmengruppe andere Strukturen benötigt als ein mittelständischer Betrieb. Die Familie bleibt dabei präsent: Mit Dr. Nikolas Stihl als Vorsitzendem von Beirat und Aufsichtsrat, unterstützt von Karen Tebar und Selina Stihl als weitere Mitglieder der dritten Generation , führt die Familie bis heute die Geschicke des Unternehmens in den entscheidenden Fragen.

Damit gelang ihm, was viele Familienunternehmen anstreben, aber nur wenige erreichen: den Spagat zwischen Globalisierung und Tradition, zwischen professionellem Management und familiärer Identität.

Seine Weitsicht zeigt sich bis heute: STIHL produziert in sieben Ländern auf vier Kontinenten, ist in über 160 Ländern aktiv und beschäftigt weltweit knapp 20.000 Menschen. Dennoch gilt der Grundsatz, den Hans Peter Stihl immer betonte: wirtschaftlicher Erfolg muss im Einklang mit Verantwortung gegenüber Mitarbeitenden, Gesellschaft und Umwelt stehen. Diese Haltung macht sein Lebenswerk zu mehr als einer Erfolgsbilanz – sie macht es zu einem Beispiel für nachhaltiges Unternehmertum im besten Sinne.

Auch mit über 90 Jahren bleibt Hans Peter Stihl sichtbar, sei es bei Produktpräsentationen oder Waldexkursionen. Seine unternehmerische Leidenschaft kennt kein Verfallsdatum. Sein Ziel, STIHL dauerhaft in Familienbesitz zu halten und gleichzeitig zukunftsfähig aufzustellen, ist aufgegangen. Hans Peter Stihl hinterlässt nicht nur ein wirtschaftliches Vermächtnis, sondern auch eine Haltung, die Generationen von Unternehmerinnen und Unternehmern Orientierung gibt: Global denken, familiär handeln, verantwortungsvoll gestalten.

In seiner Laudatio würdigte Prof. Dr. Ulrich Reuter, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, den Preisträger. Hans Peter Stihl eile sein Ruf voraus. Er sei ein Macher „mit Haltung, Geradlinigkeit und klaren Prinzipien. Immer, wenn Positionen unvereinbar schienen, hat Hans Peter Stihl nicht ‚gegen‘ etwas gekämpft, sondern ‚für‘ etwas: Für den besten Kompromiss, die beste Lösung, eine vielversprechende Zukunft, aber auch für Fleiß, Leistung, Anstrengung und Verantwortung. Er war überzeugt: Nur so geht Wohlstand. Die Geschichte seines Unternehmens ist eine der ganz großen Geschichten des deutschen Mittelstands.“


Über den Deutschen Gründerpreis und den Deutschen Gründerpreis für Schüler:innen

Der Deutsche Gründerpreis gilt als die bedeutendste Auszeichnung für herausragende Unternehmerpersönlichkeiten in Deutschland und zählt zu den renommiertesten Wirtschaftspreisen des Landes. Seit 1997 wird der Preis an erfolgreiche Gründerinnen und Gründer sowie ihre Unternehmen verliehen, um ihre Leistungen sichtbar zu machen und sie durch vielfältige Unterstützung weiter zu fördern. Der Preis wird jährlich in den Kategorien Schüler:innen, StartUp, Aufsteiger und Lebenswerk verliehen. Außergewöhnliche unternehmerische Leistungen können zudem mit einem Sonderpreis gewürdigt werden.

Ausgelobt wird der Deutsche Gründerpreis von den Partnern Sparkassen, ZDF, Porsche und Frankfurter Allgemeine Zeitung. Unterstützt wird der Preis von einem hochkarätig besetzten Kuratorium, das Patenschaften für die Finalist:innen und Preisträger:innen übernimmt. Zusätzliche Förderer des Deutschen Gründerpreises sind die Bertelsmann SE & Co. KGaA, die Süddeutsche Zeitung und die Versicherungen der Sparkassen. Als Kooperationspartner wirkt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit.

Der Deutsche Gründerpreis für Schüler:innen (DGPS) ist das größte Planspiel zur Existenzgründung in Deutschland und eine Kategorie des Deutschen Gründerpreises. Ziel der Partner ist es, das Gründungsklima im Land zu stärken und junge Menschen zur Selbstständigkeit zu ermutigen. Der DGPS richtet sich gezielt an den Nachwuchs und vermittelt Schüler:innen frühzeitig unternehmerische Handlungskompetenzen. Dieses Anliegen wird auch vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt, das den Wettbewerb fördert. Seit 1999 haben bereits über 95.000 Schüler:innen am DGPS teilgenommen.


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