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Quanten-Computer und kognitive Roboter: Zukunft siegt beim 23. Deutschen Gründerpreis

Quanten-Computer, Brennstoffzellen, Diagnosesysteme sowie Roboter, Chiptechnologie und eine Schoko-Alternative: Innovative und revolutionäre Technologien standen im Finale des Deutschen Gründerpreises, der gestern [09.09.2025] zum 23. Mal im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin vergeben wurde. Die Gründer von PlanQC aus Garching bei München nahmen den Preis in der Kategorie StartUp für ihre Quanten-Computer-Alternative zu aufwendigen, herkömmlichen Systemen entgegen. NEURA Robotics aus Metzingen wurde als Aufsteiger für ihre kognitiven Roboter, die die Umgebung eigenständig wahrnehmen und verstehen können, ausgezeichnet. Für sein Lebenswerk wurde Hans Peter Stihl als einer der prägenden Gestalter der deutschen Wirtschaftsgeschichte gewürdigt. Den seltenen Sonderpreis verliehen die Partner des Deutschen Gründerpreises an die Nach-Wende-Pioniere von Rotkäppchen-Mumm. Der Deutsche Gründerpreis wird jährlich von den Partnern Sparkassen, ZDF, Porsche und Frankfurter Allgemeine Zeitung verliehen.


  • StartUp: PlanQC aus Garching schafft Alternative zu aufwendig gekühlten Systemen großer Konzerne
  • Aufsteiger: Roboter von NEURA Robotics hören, sehen und denken mit – rund um die Uhr
  • Gestalter der deutschen Wirtschaftsgeschichte: Hans Peter Stihl für sein Lebenswerk ausgezeichnet
  • Sonderpreis des Deutschen Gründerpreises für Wende-Unternehmer von Rotkäppchen-Mumm

Im Quantensprung zur industriellen Revolution: PlanQC aus Garching bei München konzipiert Quantencomputer auf Basis neutraler Atome, die bei Raumtemperatur arbeiten – eine technologische Alternative zu aufwendig gekühlten Systemen großer Konzerne. Hervorgegangen aus dem Max-Planck-Institut, überführen die Gründer Dr. Sebastian Blatt (44), Dr. Alexander Glätzle (40) und Dr. Johannes Zeiher (36) die Forschung an einer der derzeit anspruchsvollsten Technologien weltweit in industrielle Anwendungen. Die Einsatzfelder reichen von Molekülsimulation bis zur KI-Datengenerierung. Laudator Thomas Lindner, Vorsitzender der Geschäftsführung der Frankfurter Allgemeine Zeitung GmbH: „Quantencomputer gelten als echte Game-Changer, als das nächste ,ganz große Ding' in der Industrie, der Medizin und der Forschung. Weltweit liefern sich Google, Microsoft & Co. einen Wettlauf um diese Super-Computer. Sie von PlanQC haben die Nase ganz schön weit vorn, bauen jetzt die ersten Quantencomputer für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt und das Leibniz-Rechenzentrum. Unser Land braucht mutige Wissenschaftler wie Sie, die idealerweise dann auch noch zu Gründern werden.

Sie hören, sehen, denken mit – und arbeiten rund um die Uhr. Roboter von NEURA Robotics sollen nicht nur Maschinen, sondern echte Kollegen sein: flexibel und lernfähig. Die Vision von Gründer David Reger (37) entwickelt sich rasant zum Hoffnungsträger einer alternden Gesellschaft und zum Technologieträger für eine neue Ära der Automatisierung. Er will mit seiner Plattform nicht weniger als die Robotik neu erfinden – und Deutschland als Standort gleich mit. NEURA Robotics aus Metzingen erschafft kognitive Roboter, die ihre Umgebung eigenständig wahrnehmen, verstehen und handeln können. Statt starr programmierter Abläufe setzt das Unternehmen auf integrierte Sensorik, KI und Steuerung – in einem einzigen System. Laudator Albrecht Reimold, Produktionsvorstand der Porsche AG: „Innovative Technologien helfen uns, die unterschiedlichsten Aufgaben schneller zu bewältigen. Sie sind Helfer für unseren Alltag. Einen solchen Helfer haben Sie geschaffen. Sie sind mit Ihrem Unternehmen einer der Schrittmacher in dieser Branche und ein Macher mitten aus dem Leben, ein Gründer mit der Fähigkeit vorauszugehen, andere immer mitzureißen und dessen niemals müde zu werden.“ 
Jeweils drei Unternehmen sind Finalisten des Deutschen Gründerpreises in den Kategorien Aufsteiger und StartUp.

Dazu gehörten in diesem Jahr als Aufsteiger auch Black Semiconductor aus Aachen, die eine neuartige Chiptechnologie entwickelten, die Elektronik und Photonik mithilfe von Graphen verbindet sowie Planet A Foods aus Planegg, die mit „ChoViva“ eine kakaofreie Schokoladenalternative kreierten – ganz ohne tropische Bohne, aber mit vertrautem Geschmack. Als StartUp bis unter die Finalisten schaffte es zudem Reverion aus Eresing mit ihrem reversiblen Brennstoffzellenkraftwerk, das Biogas effizienter nutzt, sowie TimeTeller aus Hamburg, die ein innovatives Diagnosesystem geschaffen haben, das den inneren Biorhythmus von Patient:innen misst, um medizinische Behandlungen zeitlich zu optimieren.

Die Preisträger und Finalisten in den Kategorien StartUp und Aufsteiger erhalten eine individuelle, auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Beratung durch die Porsche Consulting. Zudem übernehmen Mitglieder des Kuratoriums des Deutschen Gründerpreises über einen Zeitraum von zwei Jahren Patenschaften für jeden Finalisten und stellen ihr Know-how und ihre Erfahrungen zur Verfügung. Die Unternehmen erhalten außerdem ein Medientraining beim ZDF sowie Zugang zum Netzwerk des Deutschen Gründerpreises. 

Der Deutsche Gründerpreis für Schüler:innen war bereits am 24. Juni 2025 in Frankfurt/Main verliehen worden. Im ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin nun wurde das Siegerteam „Intima“ von den Beruflichen Schulen Eschwege von Gitta Connemann, MdB, gewürdigt. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und Beauftragte der Bundesregierung für den Mittelstand: „Das Team der jungen Nachwuchsgründer von den Beruflichen Schulen Eschwege hat sich echt was zugetraut. Sie haben sich mit Themen auseinandergesetzt, die alle betreffen, die enorm wichtig sind – über die aber nur unter vorgehaltener Hand gesprochen wird. Eine Idee, für die ein großer Markt vorhanden ist – denn die Zielgruppe ist groß. Sie hatten einen cleveren Businessplan. Und sie haben deswegen: große Chancen auf Erfolg!“ Die Jugendlichen vom Team „Intima“ entwickelten für ihr fiktives Start-up das Konzept für eine App, die einen sicheren und anonymen Raum für junge Menschen schafft, in dem sie auf verständliche, interaktive und hürdenlose Weise Antworten auf Fragen rund um Verhütung, Konsens, sexuell übertragbare Infektionen und Körperwissen finden.

Kurz nach der Wende wagten fünf ostdeutsche Manager gemeinsam mit einem westdeutschen Unternehmer das scheinbar Unmögliche: Sie übernahmen die traditionsreiche Rotkäppchen-Sektkellerei, die nach dem Ende der DDR am Abgrund stand. Mit Mut, Tatkraft und unternehmerischem Weitblick retteten sie nicht nur ein Unternehmen, sondern schrieben zugleich ein Stück deutsch-deutscher Wirtschaftsgeschichte. Aus einem Sanierungsfall wurde binnen weniger Jahre ein nationaler Marktführer. Für diese außergewöhnliche unternehmerische Leistung verliehen die Partner des Deutschen Gründerpreises den „Wende-Unternehmern“ den Sonderpreis der Partner des Deutschen Gründerpreises. ZDF-Intendant Dr. Norbert Himmler: „Rotkäppchen musste im Laufe seiner Geschichte ziemlich häufig wieder von vorne anfangen: Nach dem Ersten Weltkrieg, nach dem Zweiten Weltkrieg, in der DDR – immer wieder Neustart. Doch gute Ideen überstehen auch stürmische Zeiten, aufgeben ist selten eine Option und es braucht Menschen, die immer wieder an den Zauber glauben, der jedem Neuanfang innewohnt. Rotkäppchen ist heute Legende. 165 Jahre alt und Kult!“

Mit fünf Jahrzehnten an der Spitze des Familienunternehmens sowie Spitzenpositionen beim DIHT und der Metallindustrie zählt Hans Peter Stihl zu den prägenden Gestaltern der deutschen Wirtschaftsgeschichte. Der Unternehmer hat in dieser Zeit aus einem schwäbischen Mittelständler einen Weltmarktführer für Motorsägen und Gartentechnik geformt und sich durch sein gesellschaftliches Engagement weit über die Grenzen der Industrie einen herausragenden Ruf erarbeitet. Für sein beeindruckendes Lebenswerk und seinen nachhaltigen Einfluss auf die deutsche Wirtschaft wurde er mit dem Deutschen Gründerpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Über den „Macher mit Haltung, Geradlinigkeit und klaren Prinzipien“ sagte Dr. Ulrich Reuter, Präsident des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes, in seiner Laudatio im Namen der Gründerpreis-Jury: „Immer, wenn Positionen unvereinbar schienen, hat Hans Peter Stihl nicht ‚gegen‘ etwas gekämpft, sondern ‚für‘ etwas: Für den besten Kompromiss, die beste Lösung, eine vielversprechende Zukunft, aber auch für Fleiß, Leistung, Anstrengung und Verantwortung. Er war überzeugt: Nur so geht Wohlstand. Die Geschichte seines Unternehmens ist eine der ganz großen Geschichten des deutschen Mittelstands.

Moderatorin Barbara Hahlweg führte durch die Veranstaltung.


Über den Deutschen Gründerpreis und den Deutschen Gründerpreis für Schüler:innen

Der Deutsche Gründerpreis gilt als die bedeutendste Auszeichnung für herausragende Unternehmerpersönlichkeiten in Deutschland und zählt zu den renommiertesten Wirtschaftspreisen des Landes. Seit 1997 wird der Preis an erfolgreiche Gründerinnen und Gründer sowie ihre Unternehmen verliehen, um ihre Leistungen sichtbar zu machen und sie durch vielfältige Unterstützung weiter zu fördern. Der Preis wird jährlich in den Kategorien Schüler:innen, StartUp, Aufsteiger und Lebenswerk verliehen. Außergewöhnliche unternehmerische Leistungen können zudem mit einem Sonderpreis gewürdigt werden.

Ausgelobt wird der Deutsche Gründerpreis von den Partnern Sparkassen, ZDF, Porsche und Frankfurter Allgemeine Zeitung. Unterstützt wird der Preis von einem hochkarätig besetzten Kuratorium, das Patenschaften für die Finalist:innen und Preisträger:innen übernimmt. Zusätzliche Förderer des Deutschen Gründerpreises sind die Bertelsmann SE & Co. KGaA, die Süddeutsche Zeitung und die Versicherungen der Sparkassen. Als Kooperationspartner wirkt das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie mit.

Der Deutsche Gründerpreis für Schüler:innen (DGPS) ist das größte Planspiel zur Existenzgründung in Deutschland und eine Kategorie des Deutschen Gründerpreises. Ziel der Partner ist es, das Gründungsklima im Land zu stärken und junge Menschen zur Selbstständigkeit zu ermutigen. Der DGPS richtet sich gezielt an den Nachwuchs und vermittelt Schüler:innen frühzeitig unternehmerische Handlungskompetenzen. Dieses Anliegen wird auch vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstützt, das den Wettbewerb fördert. Seit 1999 haben bereits über 95.000 Schüler:innen am DGPS teilgenommen.


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