Handschuh mit Hirn

ProGlove, Nominiert für den Deutschen Gründerpreis 2016 in der Kategorie StartUp

Ein intelligenter Arbeitshandschuh, der viel kostbare Arbeitszeit einspart und außerdem die Qualität verbessert, das ist ProGlove. „Das spannende und viel versprechende Produkt kommt genau zur richtigen Zeit“, urteilten die Juroren des Deutschen Gründerpreises, die das Münchner Unternehmen für den Deutschen Gründerpreis 2016 in der Kategorie StartUp nominierten. 

Das Unternehmen im Überblick

Gründungsjahr 2014
Die Gründer Thomas Kirchner, Alexander Grots,
Jonas Girardet, Paul Günther
Startkapital 150.000 US-Dollar
Umsatz 2015 150.000 Euro
Mitarbeiter 16

Ein Ideenwettbewerb zum Thema Wearables im Silicon Valley gab den Anstoß: „Wir wollten teilnehmen und suchten nach einer passenden Idee“, sagt ProGlove-Gründer Paul Günther (32). Der Technikfreak war damals bei einem großen Automobilhersteller beschäftigt. Bei einem Rundgang durch die Produktionshallen machte es "Klick": Wearables nicht als private Spielerei, sondern als Arbeitsmittel, und zwar als Handschuh mit integrierten Sensoren. „Das spart enorm viel Arbeitszeit, denn derzeit muss jedes einzelne Teil vor dem Einbau gescannt werden.“ Innerhalb weniger Tage bastelte er aus einem Baumarkthandschuh und einem alten MP3-Player eine erste Produktskizze, unterstützt von Geschäftsführer Thomas Kirchner (30), Stratege Alexander Grots (45) und dem Leiter der Produktentwicklung Jonas Girardet (28). Ganz normaler Alltag für das eingespielte Team, denn alle vier waren in der Innovationsberatung aktiv und hatten schon mehrere Unternehmen aufgebaut. „Wir sind alle Produktmenschen. Wenn wir eine Idee haben, wollen wir sie auch realisieren und gründen dazu eben ein Start-up.“ 

Die Kunden haben gedrängt, wir konnten gar nicht schnell genug fertig werden.

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Einige Monate später dann die Entscheidung: Platz drei für den smarten Handschuh aus München! Mit dem Preisgeld von insgesamt 150.000 Dollar entwickelte das Team ein marktfähiges Produkt, testete über 70 Prototypen. Dank der Berichterstattung konnten die Gründer sich vor Anfragen kaum retten. „Die Kunden haben gedrängt, wir konnten gar nicht schnell genug fertig werden.“ Kein Wunder, denn die intelligenten Handschuhe sparen bei jedem Scanvorgang vier bis fünf Sekunden Arbeitszeit, und das oft über 1.000 Mal pro Tag. Außerdem steigt die Qualität, denn die Sensoren schlagen Alarm, wenn der Mitarbeiter ein falsches Teil greift. Weil man die Hände frei hat, sind zudem Heben und Tragen ergonomischer. Und nicht zuletzt können dank integrierter Schrittzähler die Laufwege zwischen den Regalen optimal geplant werden.

ProGlove

Thomas Kirchner

founder@proglove.de 
www.proglove.de

Inzwischen sind die ersten Kleinserien der rund 1.500 Euro teuren, in Eigenproduktion hergestellten ProGlove-Systeme im Einsatz, vor allem in der Automobilindustrie, aber auch in den Lagern von Versandhändlern und Supermärkten. Dank eines Investors ist die Finanzierung der inzwischen 16-köpfigen Mannschaft für die nächste Zeit gesichert. „Jetzt wollen wir in die Massenproduktion einsteigen und ProGlove technologisch weiterentwickeln.“ Auch die Juroren des Deutschen Gründerpreises waren beeindruckt von den handfesten Vorteilen des intelligenten Handschuhs und nominierten ProGlove in der Kategorie StartUp 2016. „Unsere Kunden sitzen vor allem in Deutschland und Europa. Die Nominierung für den Deutschen Gründerpreis ist für uns ein sehr wichtiger Türöffner“, so die Gründer. „Außerdem hoffen wir, dass die Berichterstattung uns bekannter macht und dadurch auch die Personalsuche erleichtert. Wir wollen zeigen, dass sich jeder trauen sollte, eigene Produkte zu gestalten.“